Zeitung Heute : Der virtuelle Ladentisch

HENRY STEINHAU

In Deutschland surft bereits jeder Zehnte regelmäßig durchs Internet - potentielle Kunden einer virtuellen Einkaufsmeile.Das jedenfalls versprechen sich Experten, die einen regelrechten Boom des elektronischen Handels auf der Datenbahn in nächster Zeit erwarten.In Stuttgart beraten ab Montag drei Tage lang rund 1200 Online- und Medien-Fachleute während des 7.Deutschen Multimedia Kongress über die Zukunft der kommerziellen Internet-Nutzung.Das Erschließen neuer Handelsfelder durch den Einsatz von Online-Plattformen und Multimedia-Technlogien steht im Mittelpunkt der Diskussionen.

Nahm in den letzten Jahren das Internet und der Einsatz von Online-Plattformen immer mehr Platz im von CD-ROMs und Terminals dominierten Multimedia-Geschehen ein, dient den Veranstaltern (der wissenschaftliche Springer-Verlag, Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg und Messe Stuttgart) die kommerzielle Nutzung des Internet, genannt "Electronic Business", nunmehr als Aufhänger und roter Faden der gesamten Veranstaltung."Die Glieder der normalen Wertschöfpungskette", sagte der Präsident des Deutschen Multimedia Verbands, Paulus Neef, "werden von jeweils unterschiedlichen Branchen für das Online-Business realisiert, seien es Marketingkommunikation, Transaktionen, Kunden-Service oder Zahlungsverfahren.Diese unterschiedlichen Komponenten ergeben eigentlich nur als integrierte Dienste sinnvollen E-Commerce." Und eine solche Integration bringe nicht nur eine auf vollständig digitale Kommunikation ausgerichtete Umstrukturierung mit sich, sondern öffne auch den Raum für neuartige Unternehmungen, insbesondere im Dienstleistungs- sowie im Business-to-Business-Bereich.

"Gerade für den Mittelstand birgt das Internet ein noch kaum ausgeschöpftes Potential", sagt Springer-Verlagsdirektor Dr.Georg Ralle und weist auf entsprechende Workshops des Kongresses hin.Unterstützt von 15 Multimedia-Unternehmen wird in insgesamt 33 Einzel-Events über Verkaufsmethoden und Online-Werbung beraten, über neue Formate und Zukunftstrends des E-Commerce diskutiert, und werden Breitband-Technologien, Suchmaschinen und Agenten vorgestellt.

Dem Verschmelzen von Fernsehen und Internet zu neuartigen, interaktiven Medien-Services will die "Deutsche TV-Plattform" in einem speziellen Workshop mit Standard-trächtigen Technologien, wie der neuartigen Multimedia Home Plattform neue Impulse geben.Der Deutsche Multimedia Verband organisierte den erstmals in Deutschland stattfindenden, internationale Multimedia-Summit, der speziell europäische Entwicklungen beleuchten will.Hier stehen mit den zu verabschiedenden Richtlinien für Electronic Commerce, zu denen unter anderem digitale Signaturen ebenso wie E-Mail-Werbung gehören (wir berichteten), aktuelle Themen auf dem Programm.

Der deutsche Multimedia Kongress ist laut Angaben der Veranstalter die dienstälteste Multimedia-Veranstaltung.In diesem Jahr wird die Rekordzahl von rund 1200 Teilnehmern erwartet, mehrheitlich Entscheidungsträger aus der Wirtschaft sowie Multimedia-Produzenten und Internet-Agenturen.

Der dreitägige Kongreß wird auch in diesem Jahr begleitet von der Fachmesse "Multimedia Market", die zusammen mit der parallel stattfindenden "Publishing Market" rund 500 Aussteller auf etwa 20 000 Quadratmeter präsentiert.Am Montag abend wird in Stuttgart zum vierten Mal der Deutsche Multimedia Award verliehen.

Einzelne Workshops des DMMK werden live im Internet übertragen.Weiteres dazu unter der Adresse www.dmmk.springer.de.

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