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Design aus Tokyo : Der Geschichtenerzähler

05.10.2012 00:00 Uhrvon
Ganz in Weiß strahlt das Geschäft der spanischen Schuhmarke Camper in Osaka.Bild vergrößern
Ganz in Weiß strahlt das Geschäft der spanischen Schuhmarke Camper in Osaka. - Foto: Camper

Der Japaner Oki Sato gilt mit seinem Büro Nendo als Shootingstar der Designszene. Neben Möbeln und Geschäften gestaltet er auch Nudelbecher.

Es war wohl eine der spektakulärsten Ausstellungen der Mailänder Designwoche 2012: Im historischen Palazzo Visconti in der Innenstadt stellte das Büro Nendo unter der Leitung von Oki Sato einige seiner Möbel aus. Gelackte Regale spiegelten die üppig bemalten Wände des Rokokobaus wider, transparente Netzleuchten hingen von Decken mit verschnörkeltem Stuck und reduzierte Stühle standen auf weißen Podesten. Größer hätte der Kontrast nicht sein können, fand auch Oki Sato.

Der in Kanada geborene Japaner ist Jahrgang 1977 und leitet das Designstudio Nendo in Tokio. Er gilt als der Shootingstar der Designszene, kreiert Möbel für alle wichtigen italienischen Firmen von Moroso bis De Padova, außerdem Uhren, Schuhe, die Einrichtung verschiedener Geschäfte und sogar Becher für ein Fertignudelgericht.

Sowohl die „Elle Decor“ als auch das „Wallpaper Magazin“ kürten ihn 2012 zum „Designer of the Year“.
„Es ist mir wichtig, dass Menschen einen Aha-Moment erleben, wenn Sie meine Produkte anschauen und in den Händen halten“, sagt er. Sie sollen einen intuitiven Wechsel von Emotionen wie Freude, Ärger, Trauer und wieder Freude erleben. „Wir stellen Alltagsgegenstände her, die einfach zu verstehen sind und die trotzdem etwas in den Menschen auslösen.“

Dazu gehören die Möbel aus der Kollektion von Moroso. Das Unternehmen aus dem italienischen Udine hat seit den 50er-Jahren Stardesigner von Carlo Colombo bis Ron Arad, von Enrico Franzolini bis Marc Newson oder Patricia Urquiola unter Vertrag. Oki Satos Büro Nendo, was übersetzt „Jahr“ bedeutet, gestaltet einen runden Tisch namens „Byobu“. Schon der Name stellt die Verbindung her zur japanischen Wohntradition, bezeichnet er doch einen kunstvoll dekorierten Raumteiler. Das Design des Tisches ordnet die traditionelle Form dieses Sichtschutzes neu an: Während einige Teile zusammengefügt wurden, sind andere auseinandergezogen, sodass das strukturelle Gleichgewicht zwar beibehalten, aber zugleich eine optische Variabilität geschaffen wird.

Die Rückenlehne von "Zabuton" erinnert an einen Futon.Bild vergrößern
Die Rückenlehne von "Zabuton" erinnert an einen Futon. - Foto: Moroso

Auch die Reihe „Zabuton“ ist eine Reminiszenz an Oki Satos Heimat. Normalerweise versteht man unter einem „Zabuton“ ein Sitzkissen für den Boden. Für das Ensemble aus einem Sessel, einem Stuhl und einer Couch drapierte Oki Sato eine Futonmatratze lässig über einem Metallgestell. Der Faltenwurf des Sitzkissens inspirierte ihn zu der asymmetrischen Rückenlehne. Seine Ideen bekommt Oki Sato im Alltag. „Wenn ich etwas sehe, sei es ein Gegenstand, ein Mensch, ein Kleidungsstück, dann überlege ich, wie ich es in ein Design für das Projekt umwandeln kann, an dem ich gerade arbeite“, sagt er.

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