Zeitung Heute : Design goes Retro

Wenn Möbel Geschichte und Zukunft haben

„Das ist doch sowas von gestern!“ – was häufig wie eine Beschreibung für altmodische Ansichten und Stilverfehlungen klingt, wird zu einem ganz besonderen Kompliment, wenn es um trendiges Interieur geht. Der Retro- Trend macht aus Design- Klassikern Möbel mit Geschichte und Zukunft. Gestern war noch nie so gefragt.

Die modernsten Klassiker kommen aus der wohl einflussreichsten und bis heute bekanntesten Schule im Bereich Architektur, Design und Wohnkultur – dem Bauhaus. Hinter Bauhaus stand die Idee, Technik und Kunst miteinander zu verschmelzen und zeitgleich die Unterscheidung zwischen Kunst und Handwerk aufzuheben, denn der „Künstler ist eine Steigerung des Handwerkers“, so Martin Gropius, Vordenker und Gründer der Bewegung in seinem Bauhaus Manifest.

Noch heute prägt der Bauhaus-Stil das moderne Wohndesign. Marcel Breuer, Le Corbusier, Ludwig Mies van der Rohe und Eileen Gray sind die wohl bekanntesten Vertreter dieser Ära und viele ihrer Werke gefragte Designstücke.

Der 1925 entstandene Stahlrohrstuhl B5 des Ungarn Marcel Breuer gilt heute als Klassiker. Auch die Werke des Architekten Le Corbusier fanden weltweit Anerkennung. Seine Stahlrohrsessel LC2 und LC3 sind bekannt und zeichnen sich durch dicke Lederpolster, Daunensitzkissen und den typischen Chromrahmen aus. Aus den 1920er-Jahren stammt der Barcelona Chair von Ludwig Mies van der Rohe. Markant sind die einzelnen Lederquadrate, die optisch den bauhaustypischen klaren Charakter erzielen.

Mies van der Rohe hatte anfänglich auch starken Einfluss auf einen anderen bekannten Vertreter der Moderne des 20. Jahrhunderts – Eero Saarinen. Der gebürtige Finne wird allerdings bis heute mit einem Möbelstück assoziiert, das in keiner Weise mehr an die kubischen Formen des Bauhausstils erinnert. Sein Tulpenstuhl, entworfen im Jahr 1955, schmückt noch heute die eine oder andere Pop-Art- Lounge, ebenso wie der Panton Chair. Verner Panton war dänischer Architekt und Designer, der im Jahr 1963 nach Basel zog und mit dem dort ansässigen Möbel-Hersteller vitra. zusammenarbeitete. Im Jahr 1967 ging der Stuhl bei vitra in Serie und wurde zu einem Stück Design-Geschichte.

Auch das bekannteste Ehepaar der Designgeschichte Charles & Ray Eames prägt bis heute die Arbeiten vieler Designer. Eines der beliebtesten Werke ist ihr Lounge Chair aus dem Jahr 1956. Eames entwickelte ihn für den Unternehmer und Möbelhersteller Herman Miller.

Auch wenn einige dieser Möbelstücke schon fast 80 Jahre alt sind stehen sie dennoch für zeitloses Design und Wohnen auf höchstem Niveau. Aus diesem Grund möchten auch heute noch viele Kunstliebhaber diese Designklassiker in ihrem Wohnzimmer oder Büro stehen haben.

Nichts leichter als das, wenn man im stilwerk die Shops des Innenarchitekten, Einrichters und Unternehmers Wilfried Lembert besucht. Der Geschäftsführer von „minimum einrichten“ ist seit dem ersten Tag des stilwerk Berlin dabei und Partner von Architekten, Unternehmen und Privatpersonen in puncto Einrichtung und Raumgestaltung. Zum angebotenen Markenportfolio seiner Geschäfte minimum und vitra by minimum gehören mehr als 40 Designhersteller, darunter arper, cerruti baleri, Cassina, e15, Fritz Hansen, Knoll, Lema, Living Divani, Minotti, Moroso, nimbus, sdr+, Thonet, USM Möbelbausysteme, vitra. und Walter Knoll.

Auch bei Zeitlos ist der Name Programm. Ob Jugendstil, Bauhaus, Art Deco oder Moderne – in diesem Store in der 3. Etage des Berliner stilwerks finden Designfans bekannte, berühmte, seltene, originale und reproduzierte Möbel und Objekte der 30er bis 60er Jahre wie z.B. den Ballchair von Eero Aarnio.

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