Zeitung Heute : Deutsche entführt und wieder frei

Verwirrung um Reisegruppe in Ägypten

Martin Gehlen

Kairo - In Ägypten sind 19 Menschen, darunter fünf deutsche Touristen, auf einer Wüstentour entführt und am Abend frei gelassen worden. Die Geiseln seien wohlauf, erklärte der ägyptische Außenministers Ahmed Abul Gheit in New York. Unter den Gekidnappten waren auch fünf Italiener, ein Rumäne sowie acht Ägypter, darunter ein Grenzsoldat und der Chef des Reiseunternehmens. Die Entführer nannte der Minister eine „Gruppe von Gangstern“. Nach Regierungsangaben hatten maskierte Stammeskrieger die Safari-Reisenden, die mit vier Geländefahrzeugen unterwegs waren, in der Ortschaft Gilf el-Kabir nahe der Grenze zu Libyen und dem Sudan aufgelauert.

Tourismusminister Zuheir Garranah hatte den ganzen Tag über einen politischen Hintergrund ausgeschlossen – sein Ministerium habe mit den Kidnappern indirekte Verhandlungen über die deutsche Ehefrau des ägyptischen Reiseunternehmers geführt, der ebenfalls zu den Verschleppten gehörte. Ob ein Lösegeld gezahlt wurde, war zunächst unklar. Die Entführer hatten sechs Millionen Dollar verlangt. Das deutsche Außenministerium in Berlin verschärfte inzwischen seine Warnhinweise und riet „dringend von Reisen in die Wüstengebiete im Südwesten Ägyptens ab“.

Über den Hergang der Entführung gab es verschiedene Darstellungen. Zunächst hieß es, die Reisegruppe sei am Mittwoch westlich von Luxor nach Süden aufgebrochen und am Freitag auf ägyptischem Boden von den Bewaffneten überrascht worden. Dem widersprachen Behörden im südägyptischen Assuan: Die Safari-Reisenden hätten versehentlich die Grenze zum Sudan überquert und seien dort von bewaffneten Stammesangehörigen ausgeraubt worden. Am Abend habe die Gruppe versucht, nach Assuan zu gelangen.Martin Gehlen

Tagesspiegel - Debatten


Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar