Zeitung Heute : Deutscher Multimedia Kongress: Bertelsmann will Napster ausbauen

Europa will auch im Internet die Kräfte bündeln. "Entweder wir treten gemeinsam in das Informationszeitalter ein, oder wir gehen im globalen Wettbewerb unter", sagte Erkki Liikanen, EU-Kommissar für Wirtschaft und Informationstechnologie, am Donnerstag auf dem Deutschen Multimedia Kongress in Stuttgart. Ziel müsse sein, die Zahl der Internet-Nutzer weiter zu steigern. In den Ländern der EU hätten derzeit 36 Prozent der Menschen Zugang zum weltweiten Datennetz. "Wir liegen in der Entwicklung etwa 18 Monate hinter den USA", sagte Liikanen. Die EU-Kommission hatte im vergangenen Jahr die Initiative "eEurope" gestartet.

Der Bertelsmann-Konzern will die Internet-Musikbörse Napster zur "zentralen Medienplattform" für seine digitalen Angebote ausbauen. "Es gibt sehr wenige globale Marken, die in kürzester Zeit eine solche Bekanntheit erreicht haben", sagte der Vorstandschef der Bertelsmann eCommerce Group, Andreas Schmidt. Dabei sollten auch andere Unternehmen solche Internet-Plattformen nutzen können. An dem für den Sommer geplanten legalen Napster-Modell würden zumindest die Allianz MusicNet, an der außer Bertelsmann auch die Medienkorne AOL Time Warner und EMI mitwirken. Über Napster konnten Internet-Nutzer in der Vergangenheit kostenlos Musik tauschen. Mehrere Plattenlabels haben gegen den Dienst, der nach Medienberichten weltweit 72 Millionen Nutzer hatte, geklagt. Bertelsmann war im Herbst 2000 eine Allianz mit Napster eingegangen und will den Service künftig gegen eine Abonnementsgebühr weiterbetreiben.

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