Zeitung Heute : Die 3D-Chips der dritten Generation

BERTRAM KÜSTER

PC-Spieler kennen die Situation. Trotz des schnellen Rechners, den man sich gerade erst zugelegt hat, erscheint das neueste 3D-Action-Spiel auf dem Monitor als ästhetischer Sondermüll und die Rennsimulation kann man sich schenken - dank des viel zu langsamen Bildaufbaus landet der ruckelnde Wagen regelmäßig in der Leitplanke. Spätestens dann stellt man fest, daß an der Investition in eine 3D-Grafikkarte kein Weg vorbeiführt. Doch welche soll es ein? Halbjährlich werfen die Hersteller neue Chips mit deutlich besseren Leistungsmerkmalen auf den Markt. Erst Anfang des Jahres konnte nVidia mit dem Riva TNT den bis dahin führenden Hersteller 3Dfx und dessen namhaften Voodoo Banshee überflügeln.Jetzt ist bereits die dritte 3D-Generation erhältlich und zumindest eines ersichtlich: die Zeit der 3D-Beschleunigerkarten, wie Voodoo 1 und 2, ist endgültig vorbei. Sowohl Voodoo 3 als auch der Riva TNT2 bieten ausgezeichnete 2D-Leistungen. Für Anwendungen ohne 3D-Funktionen, wie DTP, Bildbearbeitung und Textverarbeitung, reicht die Rechenpower der neuen Grafikkarten also allemal. Erst bei der Darstellung realistischer Spielumgebungen oder Spezialeffekten wie Licht, Schatten und transparenten Oberflächen laufen die Powerchips zu Höchstleistungen auf.In Punkto Geschwindigkeit ist der Voodoo 3 erste Wahl. Er ist in drei verschiedenen Versionen erhältlich, wovon die schnellste, das Modell 3500 es auf Taktraten von 183 MHz bringt. Der Nachteil des Banshee-Nachfolgers: die Ausstattung hinkt der Konkurrenz etwas hinterher. 3Dfx verzichtete auf Truecolor-Rendering und mit nur 16 Bit Farbtiefe wird bei kommenden 3D-Spielen wohl mit einer schlechteren Bildqualität zu rechnen sein.Wie der TNT verfügt der Riva TNT2 über eine doppelte Textureinheit (Twin Texel Engine = TNT), wodurch er beim sogenannten Multitexturing gegenüber anderen Chips eine bessere Performance auf-weist. Obwohl schon dem Vorgänger bescheinigt wurde, erst auf einem Pentium 3 mit 500 MHz seine Leistung voll auszuschöpfen, hat man für den TNT2 noch mal kräftig an der Performance-Schraube gedreht. Flüssige 3D-Action bis zu einer Auflösung von 1600 mal 1200 Bildpunkten soll der Turbo-Chip bewältigen.Bevor man jedoch mit dem Kauf einer der brandneuen 3D-Karten liebäugelt, sollte man sich jedoch darüber im Klaren sein, daß die Leistung der neuen Grafikchips auch eine entsprechend hohe Prozessorleistung erfordert. Erst ab einem schnellen Pentium 2 lohnt sich der Kauf. Allerdings muß es keineswegs immer das neueste Gerät sein. Mit Beschleuniger-Karten der letzten Generation sind jetzt echte Schnäppchen zu machen. Während man für die neuen Karten zwischen 250 bis 400 Mark los wird, sind die alten bereits ab 150 Mark zu haben. Die Technik reicht völlig aus, um auch 3D-Spiele in guter Bildqualität auf den Monitor zu bringen. Und dank des schnellen Bildaufbaus landet der Rennwagen sicher nicht mehr in der Leitplanke.

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