Zeitung Heute : Die ARD sieht man, über das ZDF spricht man

Die Programmdirektoren der Sender räumen Strukturschwächen ihrer Planungen ein

ARD und ZDF wollen ihr gemeinsames Vormittagsprogramm ab 1.Januar strukturell verändern, sind sich jedoch noch nicht einig über die Inhalte der Sendungen.Außerdem plant das ZDF, das nachmittägliche Kinderprogramm auf das Wochenende zu konzentrieren.Die ZDF-Sendung "Hauser & Kienzle ... und die Meinungsmacher" wird zum Jahresende eingestellt.Dies kündigten die Programmdirektoren Günter Struve (ARD) und Oswald Ring (ZDF) am Sonntag während eines gemeinsamen Pressegespräches in Berlin an. "Unser Nachmittagsprogramm liegt wie ein toter Fisch im Wasser", sagte Ring.In anderen Sendern dominiere "leichte Kost" die Sendezeit ab 14 Uhr."Talk ist nun mal der große Renner am Nachmittag." Akzeptanzprobleme räumten die beiden öffentlich-rechtlichen Programmverantwortlichen auch auf anderen Strecken ein."Der Vormittag weist ja fundamentale Schwächen auf", sagte Struve und schlug eine tägliche Show ab 9 Uhr, tägliche Filme ab 10 Uhr sowie eine Ratgebersendung ab 12 Uhr 15 vor.Eine in Rede stehende Verlängerung des gemeinsamen Mittagsmagazins bis 14 Uhr würde er, so Struve, "gerne mitmachen".Ring dagegen würde um 10 Uhr gerne eine ARD-Serie sehen und im ZDF Serviceangebote laufen lassen.Strittig ist auch die Zeit ab 11 Uhr, denn hier möchte auch das ZDF "langformatige Programme" - Filme - bringen."Wir gehen davon aus, daß uns ein neu konzipierter Vormittag rund 2,3 Millionen Mark kosten wird", sagte Ring. Zu den quantitativen Zuschauererfolgen der ARD im geänderten Nachmittagsprogramm sagte Ring, "der Herr Struve hat am Nachmittag eine Planung eingeführt, die nachgekupfert ist den Planungen der Privaten".Es sei eine Planung, die vorhandenes Publikum halte und viel Geld koste.Struve konterte die Kritik mit dem Hinweis, die ARD sei 1986 der erste Sender gewesen, der ein tägliches Talk-Angebot eingeführt habe."Herr Ring" weigere sich, "bestimmte Sendungen, die ich mich nicht scheue Alibisendungen zu nennen, aus dem Programm zu nehmen".Die ARD sei angesichts der Quotenentwicklung zu bestimmten Sendezeiten völlig zu Recht "Das Erste", häufig sogar "Das Beste", meinte Struve."Das Erstbeste", frotzelte Ring.REINHART BÜNGER

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