Zeitung Heute : Die Berufsberaterin: Schicksalswink?

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Erste Hilfe bei Kündigungsgerüchten: Schreiben Sie mit einem roten Filzer Ihr aktuelles Jahresgehalt auf einen Zettel. Addieren Sie die Hälfte dazu. Das ist der Betrag, den Ihr Arbeitgeberm mindestens ausgibt für Ihr Gehalt, Sozialabgaben und die Kosten Ihres Arbeitsplatzes. Begründen Sie nun in drei kurzen Sätzen, warum der Arbeitgeber so viel für Sie bezahlen sollte.

Das fällt Ihnen schwer? Dann haben Sie im Mitarbeitergespräch über Ihre Kündigung ein Problem. Die Antwort sollte nämlich lauten: Sie arbeiten in einem für das Unternehmen unverzichtbaren Projekt und sind dafür am besten qualifiziert. Durch Erfahrung, Motivation und Einsatz haben Sie gute Ergebnisse erzielt. Benennen Sie konkret, was Sie dem Unternehmen bringen: zufriedene Kunden, neue Produkte, Umsatz. Wer sich darauf beschränkt, seine Aufgaben ordnungsgemäß zu verwalten und ansonsten still zu halten, hat kein gutes Standing bei Entlassungen.

Überlegen Sie aber auch, ob es sich überhaupt lohnt, an der Stelle zu kleben. Vielleicht mochten Sie Ihren Job ja nie besonders. Vielleicht zeigt Ihr Unternehmen wenig Respekt für Ihre Arbeit. Vielleicht nervt Ihr Chef.

Dann nehmen Sie die Kündigung ruhig als einen Wink des Schicksals und als Anlass, sich einen neuen Job zu suchen – einen, der besser zu Ihnen passt.

Vielleicht hatten Sie genau das schon länger vor?

Uta Glaubitz ist Berufsberaterin und Autorin von „Der Job, der zu mir passt“.

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