Zeitung Heute : Die Erinnerung erwacht

Buch über jugendlichen Widerstand in Werder

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Werder (PamS/Eck). Ronald Rothe hat lange warten müssen. „Endlich hat der Widerstand einen Namen“, sagte er vergangene Woche bei der Vorstellung des Buchs „Die Stasi kam im Morgengrauen“ von Anja Spiegel aus Werder. Die junge Frau beschreibt darin den politischen Widerstand junger Werderaner Anfang der 50er Jahre, für den sieben mit dem Tode bestraft wurden.

Aber ganz glücklich ist Rothe noch nicht, der damals zu sechs Jahren Haft verurteilt wurde. Der 73-Jährige findet, es müsse in der Stadt ein Denkmal geben, auf dem die Namen der Opfer stehen.

Das Bedürfnis nach Erinnerung und Aufarbeitung der Ereignisse scheint in Werder groß zu sein, nachdem sie jahrzehntelang verschwiegen wurden. Erst 1997 kam durch einen Artikel von Bernd Kroll im „Stern“ zum Vorschein, wie sich junge Leute gegen die aufkeimende Diktatur und sowjetische Herrschaft zur Wehr setzten, in dem sie Informationen sammelten und Flugblätter verteilten. 1951 verhaftete die Stasi zunächst 24 von ihnen, später weitere. Rund 30 wurden im folgenden Jahr von einem Sowjetischen Militärtribunal verurteilt, sieben hingerichtet, unter ihnen Joachim Trübe. Das Buch ist kostenlos beim Tourismusbüro in der Kirchstraße erhältlich. Telefon: 03327/783-374.

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