Zeitung Heute : Die hohe Schule des Farbdrucks

PETER KNAAK

Das Versprechen Fotoqualität ist kein Versprecher VON PETER KNAAK

-Die Wiedergabe von Fotos ist die hohe Schule des Farbdrucks.Auf diesem Gebiet hat die Klasse der 1000-Mark-Drucker im letzten Jahr am meisten zugelegt.Marktführer Hewlett Packard führte spezielle Tinten ein und stellt damit ein "Fotokit" zusammen.Damit lassen sich Mischfarben und Farbverläufe besser darstellen.Die zusätzlichen Halbtonfarben sind beim HP DeskJet 694 C im Preis inbegriffen, ob und wann weitere Druckermodelle mit einem Fotokit aufgewertet werden, muß sich noch zeigen.Unklar ist nämlich, ob der von HP eingeschlagene Weg der beste ist.Womöglich hat Verfolger Epson mit seiner Methode das bessere Ende für sich: Mit dem Epson Stylus Color stieg die Druckauflösung auf sagenhafte 1440 x 720 dpi.Das Ziel ist, wie bei HP, eine höhere Qualität der Farbdrucke. Das Ergebnis so fein und dicht verspritzter Farbtinte beziehungsweise zusätzlicher Mischfarben kann sich sehen lassen.Unterm Strich haben beide Hersteller ganze Arbeit geleistet, ihr Versprechen, fast Fotoqualität zu drucken, ist kein Versprecher.Im direkten Vergleich ist Epson bei Fotodrucken auf Spezialpapier am weitesten.Wie in der Werbung für ein bekanntes Wollwaschmittel scheinen Epson-Fotodrucke neu zu sein, andere Drucke sehen etwas stärker gerastert, in den Farben und Konturen nicht so klar und sauber aus.Hewlett Packard verteidigte dafür seine gute Position in der Prüfdisziplin Farbqualität auf Normalpapier.Das ist mit ein paar Pfennig pro Blatt deutlich billiger als Spezialpapier für höchste Ansprüche (bis zu zwei Mark pro Blatt). Für Kostenbewußte fällt damit die Entscheidung zugunsten Hewlett Packards, wer höchste Qualität will, wählt Epson.Einige Probleme wird man unabhängig vom gewählten Drucker erst später bemerken.Sie können die Freude am Drucken von Farbfotos trüben.Hier die wichtigsten: - Die Qualität digitaler Vorlagen läßt meist zu wünschen übrig und die Bildbearbeitung kostet viel Zeit. - Der Ausdruck eines DIN-A4 großen Farbfotos in höchster Auflösung kann 15 Minuten und länger dauern. Für die Mühen mit dem Fotodruck wird man aber auch belohnt.Witzig sind per Morphing verfremdete Fotos, die auf Folie gedruckt und auf T-Shirts aufgebügelt werden können.So individuell kann kein Hemd von der Stange sein.K -Der Autor ist Redakteur bei der Stiftung Warentest.Der Drucker-Test erschien in Heft 7/97 der Zeitschrift "test".

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