DIE KONZERTARENA : Am Ufer der Spree spielt nun die Musik

IN DER PROMI-KABINE

Luxuriös sieht’s im Bauch der Arena nicht gerade aus. Versteckt in den Katakomben, unter im Erdgeschoss der Nordtribüne, befindet sich neben einer Tür das Schildchen: „0.04.05 – Umkleide“. Ein unauffälliger Name für einen geheimnisvollen Ort. Denn dahinter verbirgt sich die Kabine der Musikstars, in der sie ihre Ruhe haben. Im Innern befinden sich zwei Schminktische, eine schwarze Ledercouch, Sessel, ein flacher Holztisch, hinten eine Dusche und ein Klo. Obstkorb und Pflanzen? Auf Bestellung.

DIE ERÖFFNUNGSKONZERTE

Das Interieur müsste ja auch ständig wechseln, weil so viele Stars kommen, deshalb ist die heilige Umkleidekabine der Promis eher spartanisch eingerichtet. Am Mittwochabend wird die Arena feierlich angestrahlt, der Performance-Regisseur Enno-Ilka Uhde inszeniert die einstündige Eröffnungsfeier vor 1000 geladenen Gästen. Ab 21 Uhr wird die Fassade angestrahlt, auf dem Vorplatz steht ein kleines Fest an. Doch die Promi-Kabine wird erst am Freitag genutzt, wenn die US-Hardrocker von Metallica ihr neues Album in der Arena vorstellen. Am Sonnabend kommt dann Herbert Grönemeyer, er hat es nicht ganz so weit: Er hat eine Villa im Stadtteil Zehlendorf. Die beiden Shows sind ausverkauft, die dritte ist es noch nicht: Am Montag spielen Coldplay in der O2-World.

VIER SUITEN FÜR SCHLAGERFESTE

So abwechslungsreich lesen sich die Namen der Musiker auch weiterhin. Am 4. Oktober beispielsweise spielt Leonard Cohen, kurz nach seinem 74. Geburtstag. Am 18. Oktober kommt die Sängerin Alicia Keys nach Friedrichhain – und nur einen Tag später findet in der Arena die „Schlagernacht des Jahres“ statt mit Helene Fischer, Claudia Jung, Bernhard Brink, Roland Kaiser , DJ Ötzi oder auch Semino Rossi – es wird also eng an diesem Tag in der Promi-Kabine im Erdgeschoss der Nordtribüne. Zum Glück haben sie dort unten gleich vier Kabinen davon. Identische natürlich.

DIE SCHWIMMBECKEN

Swimmingpool? Naja, das wäre schwer übertrieben, „Hydropool“ nennt sich das kleine Becken in den Katakomben, in dem eigentlich nur die Basketballer und Eishockeyspieler nach Spielende ihre Muskeln entspannen können (das Wasser ist übrigens seit Tagen beheizt). Die zwei Riesenkabinen (130 Quadratmeter) mit Alba- bzw. Eisbären-Logo im Boden und den Vereinsfarben an den Wänden liegen nicht weit entfernt von den Promi-Räumen. Ob auch die Musiker das Entmüdungsbecken benutzen? Den Toten Hosen wäre es gerade noch zuzutrauen, sie spielen am 17. Dezember in der Arena. Kurz zuvor tritt Elton John auf. Der lässt sein heiliges Klavier aber vermutlich nicht aus den Augen.

FROHES NEUES

Am 29. Dezember spielen noch Ich + Ich zum Abschluss ihrer Tour, aber der letzte Auftritt des Jahres gehört noch einmal den Eisbären am 30. Dezember. Und natürlich steht auch schon die erste Show des neuen Jahres fest: Die Puhdys feiern dort am 1. Januar ihr 40-jähriges Jubiläum, hoffentlich nach der Silvesternacht nicht ganz so übel verkatert. Auch Udo Jürgens, Tina Turner, James Last, The Flippers und André Rieu haben die Arena im kommenden Jahr schon reserviert. Mit 150 Shows kalkulieren die Betreiber Jahr für Jahr. Inklusive Boxkampf, Wrestling oder Motocross-Rennen – oder auch einer Rede des Dalai Lama. Der kommt am 19. Oktober und spricht am Rande eines Wissenschaftskongresses.

DER AUFBAU DER BÜHNE

Der Sommer gehört traditionell den Freiluftbühnen, aber in den nass-kalten Tagen können sich die Zuschauer freuen. Und auch die Künstler gewinnen eine flexible Spielstätte in Berlin dazu: Die Arena kann komplett bestuhlt oder der Innenraum freigeräumt werden. Ob der Sound und das Licht gut sind, wird sich hingegen erst nach den ersten Shows zeigen. AG

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