Zeitung Heute : Die Kryptographie des Computerkaufes

MARKUS VON RIMSCHA

Wer Kapazität und Geschwindigkeit optimal einstellen will, darf sich von Kürzeln nicht schrecken lassenVON VON MARKUS VON RIMSCHAMittlerweile werden schon für unter 3000 DM komplette Computer angeboten.Dabei sieht sich der potentielle Käufer jedoch einer Flut von Abkürzungen gegenübergestellt.Was bedeuten diese kryptischen Begriffe, und was ist beim Rechnerkauf zu beachten ? Herzstück des Computers ist und bleibt der Hauptprozessor (CPU).Gängig sind hier der Pentium, beziehungsweise kompatible Prozessoren und der Pentium II.Der billigere und für den Normalfall ausreichende Pentium wird allerdings immer seltener angeboten.Die MMX (Multimedia-Extension) - Technologie ist mittlerweile gängig.Sie bringt als wesentlichen Vorteil neben besserer Multimedia-Fähigkeiten einen größeren internen Cache.Dieser schnelle Zwischenspeicher kann Programme beschleunigen.Gerade der Pentium II ist hier recht ordentlich ausgestattet.Maßstab für die Prozessorleistung ist die Taktfrequenz.Hier ist zu beachten, daß der schnellste Prozessor, momentan der 333 Megaherz-Pentium II, meist überproportional teuer ist. Beim Motherboard, der Hauptplatine, ist das PCI-System (Peripheral Componenent Interconnect) gängiger Standard.Es wird zwischen AT (advanced technology) bzw.der kleineren Version BAT (baby AT) und ATX-Varianten unterschieden.Wesentliches Merkmal der neueren und mittlerweile gängigen ATX-Variante ist die Stromversorgung.Der Computer verfügt hier über zwei Schalter.Der Rechner selbst wird normalerweise niemals ganz ausgeschaltet, sondern lediglich in den Stand-by-Betrieb versetzt.Deswegen ist beim späteren Einbau von Erweiterungskarten genau darauf zu achten, den Rechner komplett auszuschalten. Eine wahre Abkürzungsflut trifft man bei den verschiedenen Chips.Für herkömmliche Pentium-Prozessoren sind die Varianten HX und TXkonzipiert.Der neue TX-Chip kann jedoch nur bis zu 64 Megabyte große Arbeitsspeicher verwalten.Der LX-Chip ist für den Pentium II vorgesehen.Als weiterer Aspekt ist der AGP (accelerated graphics port) - Anschluß zu beachten.Diese für Pentium-II-Systeme konzipierte schnelle Grafikschnittstelle könnte sich besonders bei Spielen durchsetzen. Beim Arbeitsspeicher ist entscheidend, daß nicht mehr Speicher eingesetzt wird, als der Chip im Motherboard bearbeiten kann, sonst kommt es schnell zu einem spürbaren Geschwindigkeitsnachteil.Bei einem Preis unter 300 DM sind 64 Megabyte wohl durchaus angebracht, 32 Megabyte sollten das Minimum sein.In Verbindung mit einem Pentium-II bieten sich die schnelleren DIMMs bzw. SD-RAMs an.Ansonsten werden meist PS/2 bzw. EDO-RAMs verwendet, die Unterschiede fallen in der Praxis aber nicht sehr deutlich ins Gewicht. Die Festplatte sollte mindestens zwei Gigabyte Speicherkapazität besitzen, wichtig ist auch die Zugriffsgeschwindigkeit.Ein wesentlicher Einflußfaktor ist hier die Drehzahl der Platte.Üblich sind 5400 oder 7200 Umdrehungen pro Minute.Es existieren aber auch extrem schnelle Varianten mit 10 000 Umdrehungen. Auch bei CD-ROMs ist auf die Geschwindigkeit zu achten.Üblich sind heute 24fach-Laufwerke.Neue Laufwerke, die mit 32facher Geschwindigkeit arbeiten, sind nicht unbedingt ein Gewinn.Abgesehen von entsprechenden Betriebsgeräuschen kann die volle theoretische Geschwindigkeit in der Praxis nicht immer erreicht werden.Darüber hinaus brauchen derart schnelle Laufwerke relativ lange, um die Scheibe überhaupt auf Betriebsgeschwindigkeit zu bringen, was zu einer lästigen Wartepause führt. Das Zusammenspiel von Grafikkarte und Monitor ist ein weiterer entscheidender Aspekt.Wichtig sind hier jedoch in erster Linie Beschleuniger-Leistungen insbesondere im 3D-Bereich und beim Abspielen von Videos.Um eine Arbeitsauflösung von 1024 x 768 Bildpunkten mit 80 Herz darzustellen, was für das menschliche Auge völlig ausreichend ist, ist eine Monitorfrequenz von etwa 64 Kiloherz nötig.Die Bildschirmdiagonale sollte nicht unter 17 Zoll liegen.Die Bezeichnungen TCO 92, TCO 95 und MPR-II weisen auf Umweltverträglichkeit und Strahlungsarmut des Gerätes hin.Dafür ist eine Grafikkarte mit 4 Megabyte dringend anzuraten. Beim Drucker stellt sich die Gretchenfrage "Tinte oder Laser ?".Der Laserdrucker zeichnet sich durch eine höhere Geschwindigkeit und geringere Betriebskosten aus.Werden jedoch Farbausdrucke benötigt, so ist der Tintendrucker die richtige Wahl.Neben der Geschwindigkeit ist die Qualität entscheidend.Relativ geringe Auflösungen von 300 dpi (Punkte pro Zoll) sind lediglich bei reinem schwarz-weiß-Druck ausreichend.Sobald Grautöne oder gar Farben dargestellt werden müssen, ist die Auflösung entscheidend für die Druckqualität.Bei Tintendruckern sind mittlerweile Werte von 1440 x 720 dpi realisiert.Hier ist jedoch darauf zu achten, daß nach Möglichkeit nicht nur relativ teures Spezialpapier, sondern auch normales Kopiererpapier in guter Qualität bedruckt werden kann.Das Angebot, farbige und schwarze Tinte gleichzeitig im Gerät zu halten, ist mittlerweile üblich. Beim Scanner muß sorgfältig zwischen physikalischer und interpolierter Auflösung unterschieden werden.Die interpolierte Auflösung entsteht lediglich durch eine rechnerische Vergrößerung des tatsächlich eingelesenen Bildes.Dieser Effekt könnte prinzipiell auch mit gängiger Grafikbearbeitungssoftware erzielt werden.Hier werden nicht selten Werte von 4800 x 4800 oder gar 9600 x 9600 dpi angegeben, die allerdings wenig aussagekräftig sind.Relevant ist die physikalische, also tatächlich realisierte Auflösung.1200 x 600 dpi bzw.600 x 300 dpi bei preiswerteren Geräten sind üblich.Eine Farbtiefe von 24 oder 30 Bit ist gängig und für den Privatgebrauch völlig ausreichend.Nicht selten ist ohnehin die Vorlage von relativ schlechter Qualität.Wird beispielsweise aus einer normalen Zeitschrift gescannt, so muß bereits bei 600 x 300 dpi oft eine Nachbearbeitung zur Entfernung des Druckmusters erfolgen.Einige Hersteller haben mittlerweile auch die Klappe des Scanners schwarz gestaltet.Dieser dunkle Hintergrund sorgt, insbesondere bei relativ dünnen Vorlagen, nicht nur für kräftigere Farben sondern vermeidet auch das Durchschimmern der Rückseite.Durch den Vermerk "one-pass" wird lediglich darauf hingewiesen, daß alle Farbschichten in einem Durchgang eingelesen werden können, heute eine Selbstverständlichkeit. Neben der eigentlichen Hardware sollte aber auch die mitgelieferte Software genau unter die Lupe genommen werden.In der Hauptsache muß für jede Komponente ein Treiber für das eingesetzte Betriebssystem mitgeliefert werden, darüber hinaus sind Bundle-Angebote wie Grafikverarbeitungsprogramme oder Office-Anwendungen interessant.

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