Zeitung Heute : Die „lange Nacht“ am Nachmittag

Für Kinder und Jugendliche gibt es ein spezielles Programm

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Da kulturelle Bildung nicht früh genug beginnen kann, hat der Museumspädagogische Dienst die „lange Nacht“ für die zukünftigen Museumsbesucher auf den Nachmittag vorverlegt: Zahlreiche Museen präsentieren ein spezielles Programm für Kinder und Jugendliche. Zwischen 15 und 18 Uhr gehört der Platz vor dem Roten Rathaus dem jugendlichen Publikum. Ein Fest rund um den Neptunbrunnen stimmt mit Musik, Theater, zahlreichen Mitmachaktionen und vielen Informationen darauf ein, was Museen speziell den Kids zu bieten haben. Von hier aus starten im 20-Minutentakt auch die Shuttle-Busse der Kinderroute. Zudem gibt es vor dem Roten Rathaus einen Beratungsstand über Berufe im Museum.

Zum Auftakt des Bühnenprogramms stellt sich „Rotkäppchen“ vor. Das Handpuppenspiel für die Jüngsten (ab vier Jahren) mit dem Puppentheater „Felicio“ dauert etwa eine halbe Stunde und wird um 15 und 15 Uhr 45 gezeigt. Doch dann heißt es Bühne frei für alle, die sich mit der Kunst der „Capoeira“ vertraut machen wollen. Dieser afro-brasilianische Kampftanz, der Musik, Tanz, Kampfelemente und Akrobatik verbindet, ist in Brasilien eine Art Nationalsport (16.15 Uhr). Mit fetziger Unterhaltung geht’s auf der Bühne weiter: So rockt DJ Dejoe in klassischer Manier, bringt „Quio die Party“ eine Mischung aus Hip-Hop, Club, Pop und Toon. Und während Sängerin und Rapperin Susius melancholische Lieder und Rapsongs voller Ironie und Sprachwitz zu Gehör bringt, bietet „Reefer Maxxx“ Deutsch-Rap und Freestyle zwischen Kreuzberg und Sdo Paulo (16.45 Uhr).

Dass sich Wünsche und Träume mit Farben und Pinseln zu Papier bringen lassen, können die Kinder selbst ausprobieren, und zwar am Stand der Klax-Kinderkunstgalerie. Ein Experte gibt Tipps und verrät Tricks beim Malen an Staffeleien. Die kleinen Kunstwerke können anschließend mit nach Hause genommen werden. Ums Gestalten geht’s auch bei der Mitmachaktion „Bau dich schlau“ beim Labyrinth-Kindermuseum. Mit Fantasie geplant und errichtet werden soll ein eigenes kleines Haus.

Kräftig zuschlagen werden dagegen die jugendlichen Kursteilnehmer der Rixdorfer Schmiede, wenn sie mit Hammer, Amboss und Blasebalg zeigen, was sie gelernt haben. Und wem das alles zu „kindisch“ ist, sollte am Stand der Berliner Museen vorbeischauen: Dort beantworten Mitarbeiter der verschiedenen Einrichtungen Fragen rund ums Museum, auch zu Berufsmöglichkeiten.

Wer Lust auf mehr bekommen hat, begibt sich einfach auf die spezielle Kinderbus-Route, auf der zwölf Häuser angesteuert werden, die alle ein vielfältiges Programm bieten.

Zur „Kirchenrallye“ benötigt man allerdings keinen Bus, denn die findet in der St. Marienkirche statt, die leicht zu Fuß zu erreichen ist. Wen es schon immer interessiert hat, wo sich Maria versteckt hat, warum das Taufbecken Drachenfüße hat und wie viele Stufen es zum Dachboden sind, kann dies erfahren. Treffpunkt ist unter der Orgelempore (ab 15 Uhr). Sportlich geht’s dagegen im Prenzlauer Berg-Museum zu (ab 16 Uhr). Da gibt es ein Kindersportfest mit Torwandschießen, einer Kletterwand und Geschicklichkeitsspielen. Experten, Freaks und solche, die es werden wollen, können auf einer Tausch- und Sammlerbörse zum Thema „Fußball“ vielleicht das noch fehlende Panini-Bild oder einen Ersttagsbrief Wembley 1966 ergattern. Das MachMit! Museum für Kinder (ab 15 Uhr) nimmt dagegen alles, was sich in den Hosentaschen der jugendlichen Besucher befindet. Der Inhalt, der zu Tage gefördert wird, ob Kaugummireste oder andere skurrile Gegenstände werden zur wachsenden Hosentaschen-Sammlung beitragen.

Um Altes und Ausgedientes geht es auch bei der Kunstaktion „Wir machen Schrott wieder flott!“ in der Klax-Kinderkunstgalerie (ab 15 Uhr). Hier soll aus mitgebrachtem Altmaterial (beispielsweise Fahrradteile, Plastikflaschen, Spielzeug oder Papas Kellerschätze) eine riesige Skulptur entstehen, bei der alle nach Lust und Laune hämmern, schrauben, kleben und basteln können.

Wer tierisch viel Spaß haben möchte, sollte am Museum für Naturkunde aussteigen. Dort findet ein fröhlich-buntes Kinderfest statt (ab 15 Uhr). Und in nächster Nähe liegt der Historische Hafen im Humboldthafen. Dort gibt’s (ab 15 Uhr) Fahrten mit dem Museumsschiff „Frohsinn“, Feuerschlucker und Jonglage. Wer einmal selbst mit Tellern jonglieren möchte, kann es versuchen. Das alles macht noch mehr Spaß, wenn man sich zuvor auf dem „Piratenschiff“ hat schminken lassen.

Doch das Angebot für Kinder und Jugendliche endet keineswegs um 18 Uhr. Weitere 14 Häuser bieten ein Abendprogramm für Jugendliche an. Und wer in Begleitung Erwachsener ist, darf die gesamte lange Nacht genießen. W.H.

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