Zeitung Heute : DIE MACHT DER „KRONE“

Die in Wien erscheinende „Neue Kronen-Zeitung“ ist nicht nur die mit Abstand größe Zeitung Österreichs, die Boulevardzeitung hat ähnlich wie die „Bild“-Zeitung eine enorme Machtposition mit einer Auflage von rund einer Million (bei 8,3 Millionen Einwohnern). Daher war die Empörung bei der ÖVP groß, als Kanzler Gusenbauer Ende Juni in einem offenen Brief an „Krone“-Herausgeber Hans Dichand ankündigte, dass die SPÖ bei wichtigen EU-Themen künftig Volksabstimmungen abhalten wolle. Dies war eine grundsätzliche Abkehr vom bisherigen Kurs und war für viele Österreicher ein offensichtlicher Schachzug, um die EU-Unzufriedenen für sich zu gewinnen. Österreich belegt mit 28 Prozent Zustimmung zur EU den letzten Platz in Europa. Doch die Veröffentlichung hatte nicht nur für Gusenbauer ein Nachspiel. Der Verleger der Wochenzeitung „Ganze Woche“, Noah Falk, bringt den Streit nun vor Gericht. Die „Krone“ dürfe sich nicht mehr unabhängig nennen (wie bisher unter dem Blatttitel angeführt), weil sie zu SPÖ-lastig berichte, heißt es in der Klage. Für die „Krone“ ist eine solche tendenzielle Parteinahme neu. Es gab schon viele Kampagnen, doch sie

waren noch nie so stark

auf eine Partei festgelegt wie jetzt. iwo

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