Zeitung Heute : Die „Meinung“ bleibt bildend

Sie sieht ganz anders aus, und man weiß nicht gleich, warum. Die Meinungseite schlägt eine neue Bresche für das Gute im Alten: das Argument

Tissy Bruns,Christoph von Marschall

Wir sind Erdbewohner: Es gibt keinen festen Standpunkt ohne Bewegung. Deshalb behält die „Meinung“ ihren gewohnten Platz im Tagesspiegel, und – wir berufen uns unbescheiden auf Galileo – sie bewegt sich doch. Sie werden auf der ersten Seite den Leitartikel, am Ende des politischen Teils die Meinungsseite finden, mit einem Gesicht, das Sie vertraut und sehr verändert finden werden. Denn die Meinungsseite wird nicht auf sechs Spalten umbrochen, sondern auf sieben, die – fünf schmale, eine breite – am Ende doch wieder sechs ergeben. Mit dieser genial-einfachen Idee hat das Layout-Team die unerfüllbaren Wünsche von uns „Meinungsmachern“ erfüllt. Wir wollten nämlich so etwas wie die Quadratur des Kreises. Erstens alles festhalten, was den Lesern im guten Sinne vertraut ist, was eine Meinungsseite unvermeidlich braucht: Worte, Argumente und Gegenargumente, eben viel Text. Und gleichzeitig zeigen, dass sich in einer veränderten Kommunikationslandschaft auch die Meinungsbildung und der Meinungsstreit verändern.

Neue Inhalte brauchen neue Formen, und das elegante Spiel mit den neuen Spalten verschafft uns diese Beweglichkeit. Für kurze, pointierte Kommentare, die auf den Tag gemünzt sind. Analytische große Meinungstexte, die weit über den Tag hinausschauen. Die neue Form des Porträts, das von Montag bis Freitag erscheinen wird. Positionen von klugen Menschen, die nicht zur Tagesspiegel-Redaktion gehören. Das „Berlin“ von Pascal Hugues und Roger Boyes. Pro und Contra über den Kopftuchstreit oder Elite-Unis. „Was Wissen schafft“ von Alexander S. Kekulé.

Sechsmal in der Woche.

Am siebten Tag, am Sonntag, wird die Meinungseite ihr Gesicht vollständig verändern. Wir haben uns mit einer Träne im Auge von der Doppelseite Meinung und Lesermeinung verabschiedet. Und geloben unseren Leser großen Gewinn. Denn am Sonntag, wenn die Zeitung nicht in der S-Bahn oder nach dem Büro gelesen wird, steht auf der Meinungsseite ein großer Essay zu den Themen der Zeit (die wir an dieser Stelle natürlich noch streng geheim halten). Und ein heftiger oder versöhnlicher, auf jeden Fall aber schillernder Streit: Kerstin Kohlenberg, 34 Jahre, und Hellmuth Karasek, Jahrgang 1934, „betrachten die Dinge durch zwei junge und zwei alte Augen“. Neu außerdem: Unsere Auslandskorrespondenten, die weiterhin die Politik von Bush, Putin, Blair, Chirac kommentieren werden, haben auf der Sonntagsseite einen besonderen Platz. In der Rubrik „Darüber spricht ganz ...“ werden sie über die „Aufreger-Themen “ in ihren Ländern schreiben.

Natürlich täglich: die ganz und gar unverzichtbaren Karikaturen von Klaus Stuttmann.

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