Zeitung Heute : Die neuen Zins-Tableaus für Tagesspiegel-Leser

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Ab heute erhalten Tagesspiegel-Leser überarbeitete Zins-Tableaus. Die Übersicht der zehn günstigsten Baugeld-Anbieter bundesweit sowie der 15 preiswertesten Berliner Banken erstellt diese Zeitung in Zusammenarbeit mit der Finanzberatung Max Herbst (FMH). Der "Informations-Broker" FMH ist spezialisiert auf die Ermittlung von Baugeld-Konditionen und offeriert auf seiner Website (www.fmh.de) darüber hinaus auch Vergleiche von Gebühren beim Wertpapierkauf und Ausgabe-Aufschlägen von Fonds-Gesellschaften. Die Berater listen insgesamt 110 Anbieter von Hypotheken-Zinsen, 50 Versicherungs-Gesellschaften sowie die selbe Zahl an Anbietern von Geld- und Kapital-Anlagen.

Die Lage auf dem Markt für Hypotheken-Zinsen ist aus Sicht von Max Herbst derzeit entspannt. Größere Ausschläge erwartet er nicht. Immobilienkäufer, die nicht in großer Eile sind, sollten den Abschluss ihres Finanzierungsvertrages ruhig auf Anfang des kommenden Jahres verschieben: "Statistisch sind die Zinsen im Durchschnitt zu Jahresanfang günstiger als zum Jahresende", sagt Herbst. Die Einführung des Euro-Bargeldes werde voraussichtlich wenig Einfluss auf die Höhe der Zinsen haben. Bereits bei Einführung der gemeinsamen europäischen Währung zum Jahreswechsel 1998 / 1999 seien die Zinsen allen Unkerufen zum Trotz gefallen, im Februar 1999 sogar auf einen Tiefststand.

Maßgeblich für die Entwicklung der Hypothekenzinsen sei die Lage am Markt für Rentenpapiere. Böten viele Investoren ihr Geld in diesem sicheren Hafen an, in dem auch Nationalstaaten Kredite für ihre Haushalte aufnehmen, würden die Zinsen nach dem Gesetz von Angebot Nachfragen entsprechend sinken. Derzeit sei "viel Geld vorhanden", so Herbst weiter, und die Zinsen der begehrten Rentenpapiere deshalb fallend. Die Pfandbriefe - die Hypothekenbanken ausgeben, um langfristige Kredite zu refinanzieren - verlaufen ähnlich wie die Renditen von Rentenpapieren.

Günstig auf deren Zinsniveau wirke sich auch die Flucht der Anleger vom Parkett aus. Frustriert vom Verfall der Buchwerte ihrer Depots, hatten viele die geringen, aber stattdessen sicheren Anleihen erworben. Diese bieten stabile Renditen. Da ein Aufschwung der Wirtschaft auf sich warten lässt und damit auch Unternehmen nur selten übersprudelnde Erwartungen an ihr Geschäft (schlechtes Geschäftsklima) hegen, bleibt die Wette auf höhere Aktienkurse einstweilen ein riskantes Unterfangen. Deshalb sei kaum mit einem massiven Rückzug von Kapital aus dem Anleihen-Markt zu rechnen. Und: Auch die politische Lage gibt derzeit weniger Anlass zur Sorge als kurz nach den New Yorker Terror-Anschlägen auf die Demokratie sowie noch zu Beginn des Afghanistan-Krieges. Kurz, aus Sicht der Nachfrager von Hypotheken-Krediten dürfte sich über der Zins-Front bis auf weiteres keine schwarzen Wolken zusammenbrauen - bauen dürfte billig bleiben.

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