Zeitung Heute : Die "Revolution" funktioniert nicht überall

Nachdem auch nach vier Wochen die als "Revolution" angekündigte neue Zugangs-Software bei T-Online nicht funktioniert, gehen die Kunden der Telekom-Tochter nun auf die Barrikaden. Ha In den Diskussionsforen über die neue Software stellen die über "T-Offline" schwer enttäuschten Nutzer inzwischen Entschädigungsforderungen von bis zu 100 Mark.Denn die Telekom kassiert für jeden Einwahlversuch Gebühren ab ­ auch wenn auf dem Bildschirm eine Mißerfolgsmeldung aufleuchtet: "Prüfung fehlgeschlagen". Bislang hatte T-Online nur eingeräumt, daß über eine Entschädigung nachgedacht werde.T-Online-Sprecher Jörg Lammers schränkte nun ein, daß es "so einfach nicht zu ermitteln" sei, in welcher Höhe das Gebührenkonto belastet wurde.Es werde sich jedoch in der Telefonrechnung niederschlagen.Denn jede fehlgeschlagene Prüfung kostet mindestens eine Einheit. Vielen ist da der Kragen geplatzt.So hat Tagesspiegel-Leser Christian I.mit seiner Juli-Telefonrechnung 152 Verbindungen mit insgesamt 228 Einheiten präsentiert bekommen.Der Ingenieur fordert nun diese knapp 30 Mark Gebühren schriftlich von der Telekom zurück. Dennoch rät T-Online-Sprecher Lammers, es bis zur endgültigen Behebung des Problems (es liegt an den sogenannten Routern) immer wieder mit der neuen Software zu probieren.Ein Berater an der T-Online Hotline (0130-0190) hat dagegen einen praktischeren Hinweis parat: "Nutzen Sie bei dringenden Bankgeschäften die alte Software." "Vielleicht" bis zu diesem Wochenende sollten die Probleme nun endgültig behoben sein, hieß es bei der Hotline am Freitag.In Berlin jedenfalls funktionierte die Einwahl am Sonnabend. Richtig sauer sind die Besitzer von Macintosh-Rechner ­ etwa zehn Prozent der T-Online Gemeinde.Sie werden auf der Installations-CD mit Konfigurations-Zeremonien von seltener Umständlichkeit konfrontiert.Und wenn sie endlich fertig sind ­ oft nur mit teurer Hilfe eines Software-Spezialisten ­ dann heißt es auch bei ihnen: "Prüfung fehlgeschlagen." Lammers räumt ein, daß die Zusammenarbeit der Telekom mit den entsprechenden Softwarefirmen noch verbesserungsbedürftig ist.

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