Zeitung Heute : Die S-Bahn im Internet holpert

STEFAN KAUFER

Mit den aktualisierten Angeboten gibt es noch ProblemeVON STEFAN KAUFERSie wachen sonntags auf und die Sonne scheint.Endlich können Sie einmal einen Ausflug ins Umland machen.Doch wohin und wie lange muß man fahren? Auch gut möglich, daß "ein Pendelverkehr eingerichtet"ist.Wer kann sich schon merken, wann, wo und wie lange gebaut wird? Bevor Sie ins Bett zurücksinken, schalten Sie ihren PC an und rufen die die "Homepage der S-Bahn-Berlin GmbH" www.s-bahn-berlin.de auf.Der seit heute verbesserte "Online-Fahrplan" soll all diese Fragen beantworten, denn "alle Verkehrsmittel werden berücksichtigt".So steht es auf der Homepage.Dennoch können bei der Planung der Fahrt Probleme auftreten.Einige Bushaltestellen kennt der Computer nicht und den Bahnhof Hermannstraße findet er nur, wenn man exakt "S + U Hermannstr." eingibt.Fehlt der Abkürzungspunkt, kommt man nicht ans Ziel.Dieses "klitzekleine Problem" soll bald behoben werden, so Webmaster Hermann Missigbrodt.Für "Abweichungen vom regulären Linienverkehr" muß separat eine Baustellenkarte abgerufen werden, die nur am Freitag aktualisiert wird. Wer das Umland nicht kennt, kann die Rubrik "Ausflugstips" anklicken.Bislang sind aber nur die drei Haltestellen Bernau, Köpenick und Potsdam mit Informationen und Streckenkarten zur Ausflugsplanung vertreten.Dieser Service soll in Zukunft ausgedehnt werden.S-Bahn-Fans können durch die Neubearbeitung der Website Videoausschnitte einiger Fahrten alter und neuer Zugbaureihen am PC ansehen.Online-Shopping ist aber nicht möglich: Wer ein Video, eine Krawattennadel oder etwas anderes kaufen möchte, ist weiterhin auf ein Faxgerät angewiesen oder muß zu einem S-Bahn-Souvenirshop laufen.Für im Ausland wohnhafte Interessenten ist weiter unerfreulich, daß die Homepage keine Alternative zur deutschen Sprache anbietet. Unter "Aktuelles" werden "die erneuten Einschränkungen des Zugverkehrs am S-Bahnhof Alexanderplatz" bedauert.Wer darüber verärgert ist, kann seine Beschwerden nun bequem per E-Mail an redaktion@s-bahn-berlin.de schicken. Die Kosten des Netzauftrittes werden laut dem Leiter des Fachbereichs Marketing, Wilfried Kramer, nicht ermittelt.Man betrachtet ihn als eine "Investition in die Zukunft".Ansprechen möchte die S-Bahn jeden, der einen Netzzugang hat."Vielleicht wird man einmal ganz auf Fahrplanhefte verzichten können", meint Kramer.Info-Terminals an den Bahnhöfen selbst, wie sie etwa die Deutsche Bahn am Zoologischen Garten anbietet, sind aber nicht geplant.Der normale S-Bahn-Benützer tut weiterhin besser daran, sich auf Informationen aus den alten Medien wie Rundfunk und Tageszeitungen zu verlassen, möchte er wirklich ans Ziel kommen.

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