Zeitung Heute : Die Stunde der kochenden Genies Neue Kochbücher, die es ihren Lesern einfach machen

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Es ist das Aufkommen von kochenden Genies zu melden. Ihre Aufgabe ist es nicht nur, den kränkelnden Kochbuchmarkt zu beleben, sondern auch die Quadratur des Kochtopfs zu schaffen: Rezepte, die kreativ wirken und doch aus nur wenigen Zutaten bestehen und einfach nachzukochen sind. Trifft all das zusammen, verpassen die Verlage ihren Zugpferden gern das Prädikat „genial“, auch wenn denen das eventuell eher peinlich ist. Dies darf man bei Lea Linster unterstellen, der Luxemburger Köchin, die als bislang einzige Frau den begehrten „Bocuse d´ Or“ gewann und doch erfreulich wenig Aufhebens um sich macht. Durch ihre Kolumne in der „Brigitte“ wurde sie bekannt, und nun liegt ein erstes Buch daraus vor: „Lea Linster einfach und genial“ (Mosaik, 24,90 €). Es verblüfft schon ein wenig, dass selbst ein Rezept für Pommes Frites den Eingang in das Werk gefunden hat, doch hier steht eben nur drin, was die Autorin selbst mag: mittel- und südeuropäische Rezepturen, durchweg ohne modische Schnörkel auf den Punkt gebracht. Ausgezeichnet als bestes Chef-Kochbuch in Deutschland 2002.

Ein anderes Genie ist Jamie Oliver, der mit 28 wie ein gereifter Punk-Rocker aussieht, im englischen Fernsehen aber als „The Naked Chef“ berühmt wurde. Nicht er selbst ist nackt, aber seine Rezepte, die im Dreieck Frankreich-Italien-Großbritannien angesiedelt sind und einer ganz ähnlichen Linie folgen wie die der Luxemburger Kollegin: Knappe Zutatenlisten, wenig Experimente, ausführliche Anleitungen, die auch gehobenen Anfängern keinerlei Probleme bereiten dürften. (Genial kochen mit Jamie Oliver, Dorling Kindersley, 24,90 €). bm

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