Zeitung Heute : Die Weiterbildungsdatenbank bietet zurzeit rund 2400 Einträge

Harald Olkus

Der typische Nutzer der Weiterbildungsdatenbank Berlin ist weiblich, Mitte 30, arbeitslos, hat Abitur plus Berufsausbildung und will sich im Dienstleistungsbereich fortbilden. Beim Besuch im Informationsbüro der Datenbank in der Neuen Schönhauser Straße sitzen allerdings eine Frau um die Fünfzig und ein Mann um die Dreißig vor den Computern. So viel zu Statistik und willkürlichen Stichproben.

Die Weiterbildungsdatenbank Berlin existiert seit etwa zweieinhalb Jahren und hat sich mittlerweile zur größten regionalen Weiterbildungsdatenbank Deutschlands entwickelt. Jeder Inhaber eines Internet-Anschlusses kann sich unter der Adresse " www.wdb-berlin.de " über Fortbildungsmöglichkeiten in Berlin informieren. Für alle, die keinen Zugang zum Netz haben, stehen im Informationsbüro der Werbeagentur "Europublic" in der Neuen Schönhauser Straße drei Computerplätze für die Recherche in der Datenbank zur Verfügung. Die Agentur hatte bei einer europaweiten Ausschreibung den Zuschlag für die senatsgeförderte Weiterbildungsdatenbank bekommen. Die Leiterin des Informationsbüros, Monika Mareyen, gibt den Besuchern Hinweise zur Benutzung der Computer und hilft bei Fragen zur Recherche in der Datenbank.

Jeder, der die Website der Datenbank anklickt, muss zuerst eine Maske mit den Daten seiner Bildungsbiografie und beruflichen Laufbahn füttern. Die Angaben dienen zum einen als Rückkopplung für die Betreiber, damit das Angebot den Bedürfnissen der Nutzer angepasst werden kann und zum anderen werden so die Kriterien für die Suche festgelegt. Aus insgesamt rund 2400 Weiterbildungsangeboten zeigt der Rechner damit die für den Nutzer relevanten an. Das Suchergebnis ist mit Links und e-mail-Adressen versehen. So kann man zusätzliche Informationen über den Bildungsträger abrufen, über e-mail Kontakt aufnehmen oder sich gleich für einen Kurs anmelden.

"Die Datenbank ist tagesaktuell und wird von den Bildungsträgern selbst gepflegt", sagt Ulrike Laws, die Geschäftsführerin von "europublic". Die Firmen tragen ihre neuen Angebote selbst ein und nehmen belegte oder bereits angelaufene Kurse wieder heraus. Bislang verzeichnet die Datenbank rund 50 000 Zugriffe, größtenteils von Privatpersonen, die nach Weiterbildungsangeboten für sich selbst suchen. "Aber auch die Zahl der Firmen, die Kurse für ihre Mitarbeiter finden wollen, nimmt zu", sagt Ulrike Laws. Derzeit verhandelt die Werbeagentur mit großen Weiterbildungsanbietern, wie Siemens oder IBM. "Wir wollen eine Schnittstelle schaffen, damit unsere Nutzer sich auch über deren Angebote informieren können." Auch die Industrie- und Handelskammer sowie die Handwerkskammer sind mit einem Teil ihrer Kurse vertreten.

Zusätzliche Angebote

Die Weiterbildungsdatenbank bietet aber noch mehr: Neben aktuellen Nachrichten aus dem Bildungsbereich kann der Surfer auch eine "Virtuelle Mediathek" anklicken. Dort sind begleitende Unterrichtsmaterialien für Weiterbildungsmaßnahmen aufgeführt, die über Links geordert werden können. In der Video-Abteilung der Mediathek können kurze Videofilme abgerufen werden, mit denen das Arbeitsamt über einzelne Berufsbilder informiert. "Durch die neue adsl-Technik, die wir in Zusammenarbeit mit der Telekom installiert haben, jetzt auch in verbesserter Qualität", sagt Ulrike Laws. Die Weiterbildungsdatenbank führt auch eine Praktikumsbörse, die zur Zeit mit Angeboten aus dem Ausland ergänzt werden soll.

Seit Januar ist ein bisher kostenfreies Angebot der Datenbank kostenpflichtig. Für 120 Mark Jahresgebühr plus Mehrwertsteuer können sich die meist frei arbeitenden Dozenten in einem nach Sachgebieten und Bundesländern geordneten Pool den Bildungsträgern anbieten. Damit dient die Datenbank gleichzeitig einem weiteren Zweck - sie ist Jobbörse für die Dozenten der Weiterbildungskurse.

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