Zeitung Heute : Die Welt ein bisschen besser machen

Auf dem Sprung. Die Turnschuhe sind von Stefanie Stolitzka. Foto: Anita Schmid
Auf dem Sprung. Die Turnschuhe sind von Stefanie Stolitzka. Foto: Anita Schmid

„Wir haben das Zeitalter der Veränderung erreicht, öffnet die Augen!“ Vida Ipektchi hat eine Mission und die ist einfach: Der Konsument kann große Unternehmen durch sein Kaufverhalten dazu bringen, nachhaltige, sozialverträgliche und umweltfreundliche Produkte herzustellen. Die 24-Jährige hat gerade ihren Master in „Sustainability in Fashion“, übersetzt: Nachhaltigkeit in der Mode, an der privaten Hochschule Esmod gemacht. Und sie hat eine Studie darüber geschrieben, was Unternehmen dafür tun können. „Vor dem Master wollte ich einen Konzeptstore für grüne Mode eröffnen, doch das ist mir jetzt zu wenig.“

Mit elf Studierenden aus der ganzen Welt hat Vida Ipektchi daran gearbeitet, herauszufinden, was Nachhaltigkeit für Mode bedeuten kann. Daniela Franceschini aus Spanien war in Nepal in einem Lepracamp. Dort ließ sie aus Bananenfasern Stoffe weben und Körbe flechten, die Stoffe verarbeitete sie zu einer Kollektion, mit der sie zeitlosen Luxus und soziales Arbeiten verbinden will.

Daniela Franceschini will in Berlin bleiben, hier sei der richtige Ort für ihre Art von Mode. „International wird das so wahrgenommen, das Berlin die Hauptstadt für alles Grüne ist“, sagt Friedrike von Wedel-Parlow, Professorin und Leiterin des Studiengangs. Und mit mehreren Messen wie dem Green Showroom und der Ethical Fashion Show, die zweimal im Jahr während der Berliner Modewoche stattfinden und einigen grünen Agenturen und Läden, könnte ein Studiengang, der Fragen zur Nachhaltigkeit von Mode stellt, die richtige wissenschaftliche Ergänzung sein.

Einen vergleichbaren Master gibt es nicht. Deshalb war es für die Studienleiterin spannend, wie am Ende des ersten Jahres die Masterarbeiten aussehen würden. „Es sind zwölf völlig unterschiedliche Projekte geworden.“ Die Österreicherin Stefanie Stolitzka hat sich für ihre Turnschuhkollektion aus Hirschleder von klassischen Lederhosen inspirieren lassen.

Für Friederike von Wedel-Parlow machte vor allem der rege Austausch untereinander den größten Unterschied zu einem normalen Modestudium aus. „In diesem Bereich funktioniert es nur, wenn man sich vernetzt.“ Es geht eben nicht nur darum, eine schöne Kollektion aus schönen Stoffen zu machen. Der Blick öffnet sich: Wo kommen die Materialien her, wer verarbeitet sie und wie kommuniziert man sein Projekt, damit die Leute es verstehen.

Genau deshalb haben die Absolventen heute und morgen eine Ausstellung in der Platoon-Kunsthalle in der Schönhauser Allee 9 in Prenzlauer Berg organisiert. gth

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