Zeitung Heute : "Die Zeit" online: Zeit für Gedichte

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Immer mehr Online-Magazine nehmen Internet-Surfern das Zeitungslesen ab. Verlage entdecken, dass das Netz ein wichtiges, weitreichendes und (auch kommerziell attraktives) Medium ist. Der Hamburger Wochenzeitung "Die Zeit" eilt online schon seit längerer Zeit ein guter Ruf voraus. Auch im Blatt werden immer mehr Internet-Themen behandelt, Link-Adressen verweisen auf hauseigene Beiträge und Dokumentationen im Internet. Dort finden die Leser seit dieser Woche noch mehr Hintergründe: unter www.zeit.de mit neuem Design und neuem Konzept.

Das Design hält sich in Grenzen. Auf den ersten Blick der gewohnte Eindruck, mit dem auch andere Blätter (Tagesspiegel, "Welt", "Frankfurter Rundschau") das Netz erobern wollen: die Inhalte der aktuellen "gedruckten" Ausgabe, übersichtlich dargestellt, nach Rubriken geordnet. Dazu ein bis 1996 zurückgehendes Online-Archiv, indem sich ältere, ausgewählte Artikel kostenfrei abrufen lassen, wie zum Beispiel alle Beiträge der Serie "Mobilität".

Neu sind exklusive Online-Artikel, wie die von Zeit-Mit-Herausgeber Josef Joffe (auf englisch) und Ex-Chefredakteur Robert Leicht mit einer täglichen politischen Kolumne sowie von Co-Ressortchef Gero von Randow mit einer wöchentlichen Genusskolumne. Über das gedruckte Blattangebot hinaus geht auch der Kulturkalender, der über Kunstereignisse im gesamten deutschsprachigen Raum informiert, samt Adresse, Öffnungszeit und Homepage.

Geplant sind weiter Beiträge vom früheren Herausgeber Theo Sommer über internationale Redner und vom Zeitläufe-Chef Benedikt Erenz über bildende Kunst und Kunstgeschichte. Wem das nicht genug oder zu viel ist, der kann sich in der "Zeit"-Debatte per E-Mail beschweren. Expertenpodien sollen hinzukommen.

Das tragende Konzept nennt sich Vier-Säulen-Modell. "Wir wollen die gedruckte Zeit im Internet in vier Bereichen ergänzen und erweitern: im Bereich Aktualität durch ereignisnahe Kommentare, in der Dimension Tiefe durch Themenschwerpunkte, im Bereich Interaktion durch eine starke Nutzerbeteiligung und im Berreich Service durch Angebote wie den Kulturkalender und die Hochschulseite", sagt Lorenz Lorenz-Meyer, Leiter der "Zeit"-Online-Redaktion.

Eine weitere Säule ist allerdings noch in Arbeit: einmal die Woche Gedichte der Weltliteratur, ausgewählt und kommentiert vom ehemaligen Literaturchef Fritz J. Raddatz. Das passt gut zum Herbst.

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