Zeitung Heute : Die Zitadelle in neuem Gewand

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Vor der historischen Kulisse der Spandauer Zitadelle kann jetzt auch privat gefeiert und geschäftlich getagt werden. Mit dem im Frühjahr erfolgten Abschluss der Restaurierung der „Italienischen Höfe“ stehen nun Veranstaltungsräume im Kanonenturm der Bastion Brandenburg – dem so genannten „Kavalier“ – zur Verfügung. Firmen und Privatpersonen können die fünf 74 bis 279 Quadratmeter großen Räume einzeln oder komplett buchen. Das Tonnengewölbe diente einst als Zeughaus und später als Gefängnis. Für 3,4 Millionen Euro wurden die historischen Fußböden oder Oberflächen wiederhergestellt, marode Putzflächen entfernt und die Hofpflasterung saniert. Moderne Veranstaltungstechnik wurde eingebaut, für die gastronomische Versorgung der Besucher steht ein Tresen bereit, Künstler können sich in Garderobenräume zurückziehen.

Mit dieser vorerst letzten aus dem knappen Landeshaushalt finanzierten Sanierungsmaßnahme auf der 1590 fertig gestellten Festung, in deren Restaurierung bisher knapp 70 Millionen Euro geflossen sind, wurde das Angebot abgerundet. Um die Zitadelle auf dem Veranstaltungsmarkt besser zu positionieren, hat das Bezirksamt mit Michael Gottschling in diesem Jahr einen Manager eingestellt. Bei ihm kann man auch den Gotischen Saal oder – für OpenAir-Veranstaltungen – den 4500 Quadratmeter großen Innenhof mieten. Der Landesrechnungshof hatte die unzureichende überregionale Vermarktung des Standortes kritisiert, der wegen seiner Stadtrandlage auch von den Stadtrundfahrten ignoriert wird.

Dabei hat die Zitadelle auch sonst eine Menge zu bieten. Neben der permanenten Ausstellung zur Bezirksgeschichte im Stadthistorischen Museum gibt es immer wieder viel beachtete Ausstellungen. Namen wie Picasso oder Rembrandt sind in der Renaissancefestung keine Seltenheit. 2005 soll sie die Kulisse für die Zentralausstellung „60 Jahre Frieden“ bilden. In der Werkstatt „Klang-Holz“ werden historische Instrumente wie Lyra, Radleier und Dulcimer gefertigt. Das Puppentheater von Regina und Ralf Wagner ist eine bekannte Adresse in der Hauptstadt. Keramik-Atelier, Wollwerkstatt und der Kunstflur mit den Ateliers zahlreicher Maler und Bildhauer runden das kulturelle Angebot ab. Auf der Bastion Kronprinz hat sich die Jugendkunstschule etabliert.

Daneben sind die unterirdischen Gänge der Festung auch eines der größten Fledermaus-Winterquartiere Deutschlands. Über das Leben der nachtaktiven Tiere kann man sich im Schauraum des Berliner Artenschutz-Teams informieren, das auch regelmäßig an den Wochenenden Führungen veranstaltet (Anmeldung unter Tel. 367 50 061). Die heimatkundlichen Führungen haben bis Mitte März Winterpause und finden dann wieder an den Wochenenden statt, individuelle Gruppenbuchungen sind möglich (Tel. 334 62 70). Für Erkundungen ist die Zitadelle dienstags bis freitags von 9 bis 17 Uhr, sonnabends, sonn- und feiertags von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Am 31. Dezember findet die traditionelle Freiluft-Silvesterfete statt. du-

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