Zeitung Heute : Die Zwei

Ulf Lippitz

Anastasia Zamponis: Der gute Christian Ulmen! Den kenne ich noch von der Zeit, als er sich mit einem Schrank unterhalten hat. Bei "Alarm" auf MTV. Damals habe ich noch als Moderatorin bei Energy gearbeitet, habe ihn aber bereits sehr gerne gesehen. Als ich zu MTV gewechselt bin, war er kurz zuvor gerade freiwillig gegangen. Schade, nettes Bürschchen, dachte ich, hätte ich gerne kennen gelernt. Dann kehrte er nach einem Jahr wieder zurück zu MTV.

Damals wusste ich schon, dass er, als er gefragt wurde, wen er klasse bei MTV finde, geantwortet hat: "Die Neue! Die Schwatte mit den Locken!" Dachte ich: Na gut, toller Anfang. Haben wir uns also getroffen, und die Liebe war sofort groß auf beiden Seiten. War - wohlgemerkt -, bis ich dann großer Bestandteil seiner Sendung wurde und ihm On-Air quasi einen runtergeholt habe. Danach habe ich tausende Zuschauer-Mails bekommen: Was geht da? Seid ihr ein Paar oder was?

Fakt ist, dass er mir seit einem Jahr hinterher steigt, ich aber wirklich kein Interesse habe. Er ist echt genial, super-krank und genau der Richtige für so eine Sendung wie "Unter Ulmen". Er ist ein warmherziger, großzügiger Mensch. Und schlau wie ein Füchslein. Aber ich bin wirklich nicht interessiert. Allein schon des Prinzips wegen: Never fuck in the factory! Da ist einfach etwas dran. Ich möchte unsere Beziehung professionell halten. Wir gehen herzlich miteinander um. Aber es kann nervig sein, wenn er das Baggern auch nach einem Jahr nicht sein lassen kann. Und als Mann - nee, schau ihn dir doch mal an! Christian hat ein kleines Bäuchlein! Er weiß nicht, wie er es loswerden soll und fragt mich oft nach Tipps, weil ich so einen flachen Bauch habe. Ist ein sensibles Thema bei ihm, glaube ich. Seine Stärke ist ganz klar das Baggern. Seine Schwäche, dass er nie ans Ziel kommt. Unsere Zukunft? Ich hoffe, er hört eines Tages endlich mit dem Baggern auf!

Christian Ulmen: Zum ersten Mal getroffen habe ich Anastasia, als wir unser neues MTV-Studio in Berlin aufbauten. Gesehen hatte ich sie bereits davor auf dem Bildschirm. Ihre Art, mit dem Publikum umzugehen, gefiel mir. Wir hatten durch die Umbauten das Set im selben Raum. Deshalb hatte ich die Idee, mit einem Kameraschwenk einfach zu unserer Sendung "umzuschalten". Daraufhin sagte Anastasia die denkwürdigen Worte: "Nein, das machen wir auf gar keinen Fall! Ich will nicht, dass die Leute wissen, dass dein Set in meinem steht! Denn ich mache hier den Hochglanz und du den Trash!" Ich denke, das war sicher schätzend gemeint.

Als ich einmal in ihrer Sendung "Select" zu Gast war, musste sie an einer Stelle sehr lachen - und sie beugte sich dabei bis zur Höhe meiner Taille hinunter. Ohne, dass ich was dafür konnte, haben die Techniker das - sehr sex-lastig, was deren Humor betrifft - dann in meiner Sendung vor- und zurücklaufen lassen. Das sah dann so aus, als ob ... Na ja, das regte die Fantasie der Zuschauer

wenigstens sehr an.

Seitdem gab es Gerüchte, wir hätten eine Liaison. Selbstverständlich steige ich Anastasia nach. Es gibt Frauen, denen schreibt man Gedichte und es gibt Frauen, denen steigt man einfach nach. Aber ich glaube, ich bin überhaupt nicht ihr Typ. Ich bewundere sehr ihre Art und Weise zu sprechen. Die Abstufungen von "fett", "voll geil", "endgeil" und "voll krass" - die nachzuvollziehen, macht große Freude. "Fett" ist ein Konzert, aber dass die Zuschauer E-mails schreiben, ist "voll krass". Das muss man ja erst verstehen! Das ist eine Wissenschaft für sich. Anastasia ist für mich eine Lehrmeisterin des Jugend-Jargons. Sie ist eine kleine, aber sympathische Diva. Wir werden auf jeden Fall Fernseh-Kinder haben und irgendwann eine Gala moderieren. Da mache ich dann den Glamour- und sie den Trash-Part.

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