Zeitung Heute : "Digitale Effekte sind kein Kuchenbacken"

IFA-Forum zur modernen Medienproduktion / Wettbewerbsvorteile durch neue Techniken

Ob Digitalfernsehen oder neue Multimediaanwendungen - es vergeht kaum ein Tag, an dem das Schlagwort "digital" nicht auf der IFA für Furore sorgt.Was hinter dem Begriff steckt, und wie eine digitale Medienproduktion bereits heute ausschaut, war am Donnerstag Thema im MedienForum, das vom 2.bis zum 4.September am Rande der Funkausstellung stattfand.Vor allem schaffen die modernen Werkzeuge Wettbewerbsvorteile durch schnelle Produktion. Nach dem Motto "Create once, deploy many" kann ein in digitaler Form vorliegendes Produkt in verschiedenen Formen, etwa als Film oder Videospiel, ausgegeben werden.Auch Filmeffekte müssen nicht jedesmal neu erfunden werden.Peter Spans, Geschäftsführer der Werbefilmer Spans & Partner aus Hamburg, die Werbespots für die Zahnpasta von TheraMed oder Kekse von Leibniz erstellten, hat dafür eine Datenbank programmieren lassen.Das Problem dabei: "Wir müssen die Effekte so weiterverwenden, daß keine Monotonie aufkommt." Neben den wirtschaftlichen Vorteilen einer digitalen Produktion spielt für den Hamburger Kreativen auch die künstlerische Freiheit eine Rolle."Am Computer habe ich jederzeit die Kontrolle darüber, was ich mache." Spans kann etwa die Bewegung einer animierten Figur ändern, ohne die Umgebung austauschen zu müssen. Die Firma arbeitet aber auch mit anderen Medien.So wird unter anderem mit einem Zeichentrickstudio kooperiert."Für ein emotional ansprechendes Ergebnis nehmen wir das Beste aus allen Welten", erklärt Spans.Der Aufwand hat natürlich seinen Preis: für einen Produktionstag in seiner Firma müssen die Kunden zwischen fünf- bis vierzigtausend Mark zahlen."Werbung ist in Europa sehr interessant, nirgends sind die Budgets so hoch", erklärt Spans. Das sind Töne, die Hartmut Engel, bekannt geworden durch seine Special Effects im Kinohit "Independance Day", Tränen in die Augen treiben."In Deutschland wird zunehmend Hollywood-Qualität gefordert, bloß bezahlen will niemand dafür", klagt Engel."Ein Computer allein schafft keine Natürlichkeit", sagt Engel.Zu einer guten Produktion gehörten Erfahrung und Zeit zum Ausprobieren."Computereffekte erstellen ist nicht wie Kuchenbacken." hsh

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