DISKUSSIONSibylle Lewitscharoff und Terézia Mora : Wer ist der Star?

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Am Ende eines langen Schreib- und Produktionsprozesses ist alles ganz einfach. Es gibt ein Buch, auf dem steht ein Titel und der Name des Autoren oder der Autorin. Wer es geschrieben hat, ist also eindeutig. Unsichtbar bleibt in der Regel, dass zwischen einem Manuskript, das ein Schriftsteller bei seinem Verlag einreicht, und dem Buch, das schließlich in der Buchhandlung liegt, ein Lektorat kommt, dass in der Regel ein Lektor oder eine Lektorin intensiv an Büchern mitarbeiten, sie diese manchmal regelrecht „machen“. So wie im vielleicht berühmtesten Fall der jüngeren Literaturgeschichte, bei dem 1988 verstorbenen Amerikaner Raymond Carver. Dessen berühmter, unverwechselbarer, lakonischer, knapper Erzählstil ist nicht zuletzt maßgeblich durch seinen Lektor Gordon Lish geprägt worden.

Meisterwerke entstehen auch durch die Arbeit des Lektorats, durch entscheidende Eingriffe, Umstellungen, Korrekturen, Verbesserungen. Wie viel davon in ein jeweiliges Buch einfloss, steht nirgendwo geschrieben, das Lektorat bleibt im Hintergrund. Umgekehrt erkennt man aber gut, wenn das Lektorat schlecht war oder es gar keines gab. Dann, wenn Schriftsteller sich nichts mehr sagen lassen, gerade unter den berühmteren keine Seltenheit, wenn Bücher zu lang geraten sind, zu struppig, zu undicht, wenn Geschichten, Szenen und auch Formulierungen sich doppeln. Es ist also auch keine ganz einfache Beziehung, die Schriftsteller und Lektoren führen. Über all das geben nun die Autorinnen Sibylle Lewitscharoff (Foto) und Terézia Mora ausnahmsweise einmal zusammen mit ihren Lektoren Klaus Siblewski (Mora) und Julia Ketterer (Lewitscharoff) Auskunft. Gerrit Bartels

Literaturwerkstatt, Do 26.1., 20 Uhr, 5€, erm. 3€

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