Zeitung Heute : DOKU-FIKTION

Beziehungsweisen.

Stephanie Grimm

Drei Paare, die Hilfe in einer Therapie suchen – keine allzu peppige Filmidee. Die Umsetzung allerdings ist es. Denn die Paare werden von Schauspielern dargestellt, die Therapeuten sind echt. Die Paare stecken in unterschiedlichen Lebensphasen. Amelie ist ungern schwanger, Heiko versteht nicht, dass seine Fremdgeherei etwas damit zu tun hat. Hermann und Dorothea streiten sich nur noch. Zwischen Siegfried und Eva herrscht Sprachlosigkeit. Neben den Therapiesitzungen gibt es Rückblenden auf für das jeweilige Paar prägende Szenen. Diese werden in minimalistischen, dem epischen Theater entliehenen Settings nachgespielt. Die Künstlichkeit erzeugt erstaunlicherweise eine hohe Authentizität. Die Verbindung aus Dokumentarfilm und Fiktion ist eine Erzählstrategie, die Zwischentöne und Ambivalenzen zulässt. Ungewöhnlich. Stephanie Grimm

D 2012, 85 Min., R: Calle Overweg, D: Leopold Altenburg, Abak Safaei-Rad

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