Zeitung Heute : DOKUFICTION

Das Lied von den zwei Pfeden

von

Es mag wirklich ein Zufall gewesen sein, der Byambasuren Davaa auf diese Geschichte brachte, und doch wirkt „Das Lied von den zwei Pferden“ wie Selbstnachahmung. Zuerst weinende Kamele, dann gelbe Hunde, jetzt sehnsüchtige Steppenpferde? Das wäre der böse Blick auf diesen Film, der im ständigen kleinen Grenzverkehr zwischen Doku und Spielfilm pendelt. Eine Frau hat ihrer Großmutter versprochen, einer alten Geige ihre Töne zurückgeben. Nur ein geschnitzter Pferdekopf ist noch von ihr übrig. Geigenreparaturen in der Mongolei sind etwas aufwendiger als anderswo. Für Sängerin Urna wird es eine Reise in die Geschichte ihrer Kultur, zu den Nomaden der Äußeren Monogolei. Wann ist ein Volk erloschen? Vielleicht erst, wenn seine Lieder vergessen sind. Die Regisseurin und ihre Liedersucherin retten ein Stück Vergangenheit. Poetisch. Kerstin Decker

„Das Lied von den zwei

Pferden“, D 2008, 90 Min.,

R: Byambasuren Davaa

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