Zeitung Heute : DOKUMENTARFILM

Nichts für die Ewigkeit.

Stefanie Jungbauer

Dirk ist heroinabhängig. Zwischen 1993 und 2005 begleitet Britta Wandaogo mit der Kamera die Drogenkarriere ihres Bruders. Dass aus unzähligen Stunden Material ein Film werden sollte, stand in dem Moment, als Dirk erstmals vor die Linse trat, nicht zur Debatte. Das Leben dokumentieren, so wie es eben ist, wenn man einen drogensüchtigen Bruder hat, der gerne bei der Schwester unterschlüpft – das schien Zweck der amateurhaft anmutenden Aufnahmen zu sein. Ein Bruder, der mit blutverschmiertem T-Shirt Thunfisch aus der Büchse kratzt, der sich die Spritze setzt und in der nächsten Szene liebevoll mit seiner Nichte spielt. Britta Wandaogo enthüllt hier schnörkellos das von der Sucht bestimmte Leben ihres Bruders, die ständig fehlschlagenden Versuche, endlich clean zu werden. Sie klagt dabei nicht an, ist einfach nur da, steht ihrem Bruder zur Seite. Stefanie Jungbauer

fsk am Oranienplatz, Fr 20 Uhr; Eiszeit, Mi 21 Uhr

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