Zeitung Heute : DOKUMENTARFILM

Das radikal Böse.

Martin Schwarz

Regisseur Stefan Ruzowitzky stellt die Frage, wie es möglich sein konnte, dass deutsche Wehrmachtssoldaten zu Tausenden bereitwillig an den Erschießungen von unschuldigen jüdischen Opfern beteiligt waren. Formal fährt Ruzowitzky alles auf, was der Dokumentarfilm so hergibt: Während wir aus dem Off persönliche Erzählungen aus Tagebüchern, Gerichtsprotokollen oder Tagebüchern der deutschen Soldaten hören, sehen wir inszenierte Szenen von namenlosen jungen Rekruten, die als Projektionsfläche fungieren. Unterbrochen werden diese Sequenzen von Interviews mit Experten, mit Aufnahmen des Zweiten Weltkriegs oder nachgestellten Experimenten zum menschlichen Verhalten, wenn es darum geht, anderen Schmerzen zuzufügen. So entsteht mit Split- Screen-Bildern und Texteinblendungen ein erschütterndes Bild der menschlichen Psyche. Analytisch. Martin Schwarz

D/A 2013, 96 Min., R: Stefan Ruzowitzky

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