Zeitung Heute : DOKUMENTATION

La Vida Loca – Die Todesgang

Hans-Jörg RotherD

Vier Jahre lang hat der spanisch- französische Fotoreporter und Filmemacher Christian Poveda die „18“, eine Jugendgang im Elendsviertel von San Salvador, aus nächster Nähe beobachtet. Die jungen Männer und Frauen, selten älter als 18 Jahre, kämpfen nicht um fremden Besitz. Sie wollen töten, und sie werden getötet. Der „Feind“ wohnt gleich um die Ecke. Poveda registrierte mit der Kamera ihren Alltag vor und nach den Schießereien: die zeremonielle Tätowierung, die traurige Orgie nach einem „Sieg“, den gruppenspezifischen Slang. Zum Reden über ihr hoffnungsloses Spiel mit dem Tod wollte oder konnte er niemanden der „Maras“, wie die Mitglieder der Jugendgangs auch heißen, bringen. „La Vida Loca“ wurde Povedas letzte Arbeit. Am 2. September 2009 wurde der 54-Jährige mit vier Kopfschüssen getötet. Wahrscheinlich war der Mörder einer der „18“. Sehr sehenswert. Hans-Jörg Rother

„La Vida Loca“, F/E 2009,

90 Min., R: Christian Poveda

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