Doping : Lance Armstrong wird lebenslang gesperrt
24.08.2012 18:37 UhrSieben Mal hat Lance Armstrong zwischen 1999 und 2005 die Tour de France gewonnen – so oft wie kein anderer vor ihm. Nun ist er wegen Dopings lebenslang gesperrt worden; alle seine Titel werden ihm wohl aberkannt. Dopingvorwürfe begleiteten fast die gesamte Karriere des Ausnahmesportlers, schon 2004 wurde ein entsprechendes Buch „L.A. Confidential – die Geheimnisse des Lance Armstrong“ veröffentlicht. Im Juni 2012 schließlich klagte die US-Antidopingagentur Usada ihn offiziell an. Nachdem Armstrong jetzt ankündigte, sich nicht länger gegen die Dopingvorwürfe zu wehren, endete am Freitagabend seine Karriere ein zweites Mal.
Warum hat Lance Armstrong aufgegeben?
Der sonst so siegesgewisse Texaner, der auf dem Rad jeden Gegner schon durch seine Präsenz einschüchterte und bei seinen Siegen nie den entscheidenden Antritt am Steilhang scheute, sah offensichtlich keine Chance mehr, das Rennen um seine Ehre zu gewinnen. So interpretiert zumindest John Fahey, Chef der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada, die Aufgabe des Amerikaners in eigener Sache. Armstrong selbst behauptete in einem Brief an die Öffentlichkeit, er habe es satt, sich weiter den Anschuldigungen zu stellen. „Der Tribut, den das von meiner Familie gefordert hat und von meiner Arbeit für die Stiftung, führt mich zu diesem Schritt“, schrieb der 40-Jährige. Seine Anwälte verwiesen auf die Kosten, die weitere Instanzenwege – erst in den USA, später zum Welt-Sportgerichtshof Cas in Lausanne und dann vielleicht noch zum Schweizer Bundesgericht – mit sich gebracht hätten. Bei dem von der „New York Daily Post“ auf mehr als 100 Millionen Dollar geschätzten Vermögen Armstrongs sollten solche Aufwendungen jedoch eigentlich zu bestreiten sein.
Bildergalerie: Lance Armstrongs sieben Tour-Siege:
Viel schwerer wiegt wohl, dass Armstrong seine früheren Helfer verloren hat. Floyd Landis, dem selbst wegen Dopings ein Tour-Sieg aberkannt wurde, soll ebenso wie Tyler Hamilton und andere frühere Teamkollegen gegen Armstrong ausgesagt haben; entsprechende Informationen aus Ermittlerkreisen dementierten sie jedenfalls nicht. Armstrong behauptet – ähnlich wie der deutsche Toursieger Jan Ullrich –, nie betrogen zu haben. „Ich weiß, wer sieben Mal die Tour gewonnen hat“, schrieb Armstrong. „Es gab keine Abkürzungen, es gab keine speziellen Behandlungen. Dieselben Strecken, dieselben Regeln.“
Aus dem verschwurbelten Nicht-Eingeständnis kann man den Wunsch herauslesen, sich einem Kreuzverhör der Ankläger zu entziehen. Denn da wäre seine Behauptung, nie gedopt zu haben, wohl der Lächerlichkeit anheimgefallen. Schließlich wurde Armstrong schon 2005 in sechs eingefrorenen Proben aus dem Jahr 1999 die Einnahme des Blutdopingmittels Epo nachgewiesen – seitdem tobte der Streit um Verjährungen und Zuständigkeiten, den die Ermittler nun gewonnen haben.
















