Zeitung Heute : DRAMA

Helen

Nadine Lange

Sie trägt Schwarz. Beim Joggen, zu Hause, in der Universität. Und das Schwarz legt sich auch über ihre Seele und lässt sie immer einsamer werden. Helen ist depressiv. Die Musikprofessorin fällt langsam aus ihrem Upperclass-Leben mit schickem Haus und lieber Familie. Nach einem Selbstmordversuch lässt ihr Mann sie zwangseinweisen. Er ist völlig überfordert mit der Situation. Hilfe findet Helen nicht bei ihm, sondern bei einer ihrer Studentinnen, die selbst manisch-depressiv ist. Regisseurin Sandra Nettelbeck („Bella Martha“) hat einen persönlichen Zugang zum Thema, denn eine depressive Freundin von ihr brachte sich um. Sie gibt sich viel Mühe, ein differenziertes Bild der Krankheit zu zeigen. Doch wie sie die Figur der Studentin zugunsten eines scheinheiligen Endes geradezu entsorgt, ist perfide und für ihr Anliegen kontraproduktiv. Übel. Nadine Lange

„Helen“, USA 2009, 119 Min.,

R: Sandra Nettelbeck, D: Ashley Judd, Lauren Lee Smith

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