Zeitung Heute : DRAMA

Emma & Marie – Je te mangerais

Nadine Lange

Zu Beginn wird oft gegessen, und schon kommt das ungute Gefühl auf, der Titel dieses Dramas könnte vielleicht wörtlich gemeint sein: „Je te mangerais“ heißt etwa „Ich würde dich gern verschlingen“. Doch so weit geht Sophie Laloy in ihrem Regiedebüt dann doch nicht. Sie erzählt von Marie, die zum Klavierstudium nach Lyon kommt und bei ihrer alten Schulfreundin Emma einzieht. In der riesigen, dunklen Wohnung entspinnt sich zwischen den beiden jungen Frauen ein intensives Wechselspiel aus Begehren und Abstoßung. Emma, die von der wunderbaren Isild Le Besco (Foto, rechts) gespielt wird, leidet sehr unter Maries Ambivalenz. Entsprechend dramatisch sind ihre Racheaktionen. Und so dreht sich die Spirale der Quälereien immer weiter. Das ist nervenaufreibend inszeniert, dreht sich allerdings nach einer Weile etwas auf der Stelle. Dicht. Nadine Lange

„Emma & Marie“, F 2009, 96 Min., R: Sophie Laloy, D: Isild Le Besco, Judith Davis

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