Zeitung Heute : DRAMA

Ein Mann von Welt

von

Zwölf Jahre hat Ulrik gesessen und ist fest entschlossen, seine Verbrecherkarriere an den Nagel zu hängen. Ulrik ist ein großer, guter Kerl, der schwer „nein“ sagen kann. Nicht zu seiner Zimmerwirtin, die ihm fettiges Essen zubereitet und dafür sexuelle Dienste einfordert. Und nicht zu seinem Ex-Chef, der will, dass er den Verräter erschießt, der ihn in den Knast gebracht hat. Hans Petter Moland hat seine norwegische Version des Resozialisierungsdramas als tiefschwarze Komödie angelegt, die vor allem von der schauspielerischen Leistung Stellan Skarsgårds profitiert, der die stoische Fassade seines Antihelden zum Leuchten bringt. Aber auch die Nebenfiguren sind liebevoll gezeichnet. Der drastische, trockene Humor und die nordische Kaurismäki-Tristesse machen den Film zu einer ebenso eigenwilligen wie vergnüglichen Kinoerfahrung. Empfehlenswert.Martin Schwickert

NO 2010, 111 Min., R: Hans

Petter Moland, D: Stellan Skarsgård, Bjørn Floberg

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