Zeitung Heute : DRAMA

Mein Glück

Michael Meyns

Man sollte den Titel von Sergei Loznitsas Spielfilmdebüt ironisch sehen, denn von Glück ist in diesem Drama wenig zu spüren. Georgi heißt der Lastwagenfahrer, mit dem die Reise durch die finstere Nacht und die ebenso finsteren Tage ihren Anfang nimmt. Korrupte Polizisten sind noch das kleinste Hindernis, auch Kinderprostituierten und Räubern begegnet Georgi. Erzählerisch ist das eher mager, in seiner Ausweglosigkeit etwas ermüdend, aber optisch umso eindrucksvoller. Gefilmt von Oleg Mutu, dem Kameramann des neuen rumänischen Kinos, zeigt sich in vielen Momenten Loznitsas Herkunft vom Dokumentarfilm. So überzeugt „Mein Glück“ vor allem durch seinen Realismus, der nie von manieriertem Schauspiel durchbrochen wird. Als narrativer Spielfilm dagegen krankt er an einer allzu einseitigen Weltsicht. Deprimierend. Michael Meyns

D/UA/NL 2010, 127 Min.,

R: Sergei Loznitsa, D: Viktor

Nemets, Vladimir Golovin

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