Zeitung Heute : DRAMA

Eine dunkle Begierde

von

David Cronenberg ist Spezialist für die Abgründe unter der Kruste der Zivilisation, man denke nur an „Crash“ oder „Die Fliege“. Der ideale Regisseur also für einen Film über Freud (Viggo Mortensen) und C. G. Jung (Michael Fassbender), die sich in Gehrock und Stehkragen um die wahre Psychoanalyse streiten, während Jung eine SM-Affäre mit seiner hochsensiblen Patientin Sabina Spielrein (Keira Knightley) beginnt. „Eine dunkle Begierde“ bleibt leider ein konventioneller Kostümfilm, bei dem die eifersüchtelnde Konkurrenz der Männer mehr Spannung entwickelt als die Erotik zwischen Spielrein und Jung. Selbstversuche bei Sex, Polygamie – freies Denken trotz strenger Etikette, die tragische Schönheit überspannter Seelen – eigentlich ein revolutionärer Stoff. Aber Cronenberg bebildert’s nur brav. Gediegen.Christiane Peitz

GB/D/CDN 2011, 100 Min.,

R: David Cronenberg, D: Michael Fassbender, Keira Knightley, Viggo Mortensen

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