Zeitung Heute : DRAMA

Chinese zum Mitnehmen.

von

Das Leben von Roberto (Ricardo Darín) scheint stillzustehen. In seiner kleinen Eisenwarenhandlung in einem verschlafenen Eckchen von Buenos Aires zählt er jede einzelne Schraube nach. Nie stimmt die auf den Paketen angegebene Zahl. Die blühende Mari (Muriel Santa Ana, Foto) liebt den rostigen Kautz, vergeblich. Das Leben ist sinnlos, befindet Roberto. Als Beleg sammelt er Zeitungsausschnitte von tragischen Todesfällen. Bis ihm Jun (Huang Sheng Huang) vor die Füße fällt, ein traumatisierter chinesischer Vollwaise, der seinen Onkel in Argentinien finden will. Roberto und Jun verstehen kein Wort, von dem, was der andere sagt. Dennoch ist Sebastián Borenszteins preisgekrönter Film kein Culture-Clash-Schenkelklopfer geworden. Seine heimliche Hauptfigur ist die Einsamkeit. Sie zu überwinden, braucht es Zeit – und Wunder. Poetisch. Ulrich Amling

ARG/E 2011, 93 Min., R: Sebastián Borensztein, D: Ricardo Darín,

Huang Sheng Huang, Muriel Santa Ana

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