Zeitung Heute : DRAMA

Das traurige Leben der Gloria S.

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„Kümmer dich nicht um uns, wir sind eigentlich gar nicht da“, heißt die Anweisung an die Protagonistin. Doch schon bald ist das Drehteam für die geplante Sozialdoku am Möbelrücken, und auch Gloria soll für die Kamera wie eine professionelle Darstellerin agieren. Das passt, denn die ist wirklich (erfolglose) Schauspielerin und mimt die sozial derangierte, alleinerziehende Mutter nur zum Broterwerb – inbegriffen Vergewaltigung, Knasthintergrund und Komparsen, die hinter den Kulissen ihre eigene Agenda durchziehen. Doch irgendwann fliegt das doppelte Spiel böse auf, wie sich das für eine Komödie gehört. „Das traurige Leben der Gloria S.“ ist die angemessene Antwort auf Scripted-Reality-Formate und Sozial-Exhibitionismus und verweist auf den trashigen Charme der Filme von Lothar Lambert oder des frühen Praunheim. Gelungen.Silvia Hallensleben

D 2011, 75 Min., R: Christine Groß, Ute Schall, D: Christine Groß, Nina Kronjäger, Margarita Broich

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