Zeitung Heute : DRAMA

Kriegerin.

von

Eine Gruppe von Skinheads bewegt sich gröhlend und dosenbiertrinkend durch einen Regionalzug. Sie stürzen sich auf einen ausländisch aussehenden Jugendlichen, prügeln auf ihn ein, am Ende reißt ein Mädchen den Arm hoch zum Hitlergruß. „Kriegerin“ zeigt eine ostdeutsche Provinz, in der Rechtsradikalismus zum Mainstream geworden ist und Gewalt zum Alltag gehört. Marisa hat sich ein Hakenkreuz auf ihr Brustbein tätowieren lassen, sie hasst „Alkoholiker, Junkies, Kinderschänder, Neger, Leute, denen dieses Land scheißegal ist“. Doch dann kommt ein junger afghanischer Flüchtling immer wieder in den Kleinstadtladen, in dem sie an der Kasse sitzt, so lange, bis sie ihn mitnimmt und versteckt. Marisas Hass beginnt zu bröckeln. „Kriegerin“ ist ein Thriller aus der braunen Jugendkultur, so gut recherchiert, dass viele Szenen dokumentarisch wirken. Wichtig. Christian Schröder

D 2011, 106 Min. R: David Wnendt, D: Alina Levshin, Jella Haase, Gerdy Zint, Lukas Steltner

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