Zeitung Heute : Drogen nehmen - als Härtetest ?

JOHANNES BÜTTNER[FRIEDR],14 JAHRE[FRIEDR],KLASSE 8B[FRIEDR]

Mit dem Thema Drogen habe ich mich schon oft auseinandersetzen müssen, unter anderem durch Berichte in den Medien oder besondere Spielfilme.Auch im Alltag habe ich schon etliche Erfahrungen damit gemacht.Ich persönlich habe schon mehrmals Drogen wie zum Beispiel Haschisch, Alkohol und Zigaretten angeboten bekommen.Dies geschah meistens auf Partys.Bisher habe ich alle diese Drogen ausprobiert mit dem Ergebnis, daß die Rauschzustände nicht unbedingt toll waren.

Jedenfalls für mich nicht, weil man sich zum Zeitpunkt des Rausches zwar noch sehr gut fühlt, aber hinterher geht es einem sehr schlecht.Wenn ich dieses Zeug ausprobiere, denke ich nicht immer an meine Gesundheit.Beim Kiffen habe ich jedoch beim ersten Mal ziemlich gehustet, und mir wurde übel.Dies veranlaßte mich zu keinerlei Wiederholung.Zu Silvester 1998 habe ich das erste Mal Alkohol zu mir genommen, und mein Verhalten ließ dadurch zu wünschen übrig.Ich lag vor Mitternacht im Bett und habe das neue Jahr 1999 verschlafen.

In der Schule und auf der Straße habe ich bisher keine Drogen angeboten bekommen.Ich habe festgestellt, daß die meisten Leute Drogen nehmen, weil es "cool" ist, ihr Selbstbewußtsein stärkt sowie mehr "Fun" auf Partys verschafft.Weiterhin habe ich den Eindruck, daß der Drogenkonsum unter Jugendlichen auch mit einem Härtetest zu vergleichen ist.Ich persönlich warne davor, denn aus dem Ausprobieren kann schnell eine Sucht entstehen, und man verliert die Kontrolle über sich selbst.Die Gewohnheit kann dabei eine große Rolle spielen.Eine weitere Folge sind finanzielle Probleme, denn die Drogen müssen irgendwie beschafft werden.Ich muß aber zugeben, daß ich nicht widerstehen konnte und in der Gemeinschaft auch die Lust des Ausprobierens verspürte.Jedoch bin ich auch kritisch - wer möchte sich schon seine Zukunft verbauen.Wir leben in einer aufgeklärten Gesellschaft und werden ständig vor Drogen gewarnt, aber dennoch ist dies leider keine Garantie dafür, daß Jugendliche nicht trotzdem Drogen ausprobieren.Jeder will eben seine Erfahrungen machen.

Kiffen finde ich persönlich noch "o.k.", aber Ecstasy ist sehr gefährlich.Meine Mutter hat eine Freundin, die im Krankenhaus arbeitet, und ständig davon berichtet, wieviel junge Leute vermehrt wegen Drogenmißbrauchs ins Krankenhaus eingeliefert werden.Besonders oft taucht die Droge Ecstasy im Zusammenhang mit schweren Gefäßerkrankungen auf.Die Patienten werden immer jünger, Mädchen wie Jungen.Da man nicht genau weiß, welche Substanzen da so zusammengemischt werden und es eine Vielfalt solcher Pillen auf dem Markt gibt, sollte man grundsätzlich die Finger davon lassen.Eine Freundin aus Brandenburg - sie ist gerade mal 15 Jahre - hat mir berichtet, daß ihr auf der Love Parade 1998 oftmals Pillen zum Kauf angeboten wurden.Die Dealer denken eben nur an ihren Profit.

Über Drogenmißbrauch wurde ich bereits von verschiedenen Seiten aufgeklärt.Durch das Fernsehen, durch die Schule, Bekannte und Verwandte.Zur Not wüßte ich auch, wo Drogenberatungsstellen zu finden sind, und ich habe gehört, daß im Internet Informationen über Ecstasy-Pillen zu erhalten sind.Einer Legalisierung von Drogen stimme ich nicht zu, denn dies würde den Drogenmißbrauch auch nicht verringern.Wichtig ist, daß die Menschen über ihre Probleme reden können, auch über Suchtprobleme.Die Ursachen für Drogenmißbrauch müssen geklärt werden.

Mit meiner Mutter kann ich offene Gespräche führen, ohne mich vor Strafen fürchten zu müssen.Sie lehnt Drogen vollkommen ab, hat jedoch auch die Phase des Probierens durchlebt und sich schnell davon abgewandt.Sie berät mich gern und warnt mich ständig.Ich weiß aber, daß ich mit jedem Problem zu ihr kommen kann.

Wichtig finde ich, daß die Menschen sinnvoll Drogen einsetzen sollten, denn in richtiger Dosierung können diese ja auch eine heilende Wirkung erzielen.Der Mensch neigt leider zur Selbstüberschätzung.

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