EDITORIAL : Beim Wasser ist alles anders

Reinhart Bünger

Wasser hat ein Alleinstellungsmerkmal. Denn es gibt nur dieses eine kostbare Gut, das von örtlichen Monopolbetrieben verbreitet und verkauft wird. Kunden können hier den Anbieter nicht wechseln – wie etwa beim Bezug von Strom. Wasserbetriebe sehen sich also sehr schnell dem Vorwurf der Preistreiberei ausgesetzt. So ist das auch in Berlin.

Trotz mitunter massiver Kritik an überhöhten und stark unterschiedlichen Wasserpreisen in Deutschland halten die kommunalen Versorger nichts vom Wettbewerb. Dieser führe, so argumentieren sie, nicht zu besseren Preisen, sondern allenfalls zu einer schlechteren Wasserqualität. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft begründet die Preisdifferenzen mit großen Unterschieden bei den Kosten. Schließlich sind die geologischen Bedingungen nicht allerorten gleich, die Zahl der Kunden differiert von Stadt zu Stadt. Auch die Länge und das Alter der Leitungen sind von Ort zu Ort unterschiedlich. Andererseits bemängeln Verbraucherschützer, dass es für die Versorger vergleichsweise einfach sei, Preise zu erhöhen.

Wie also ist die Lage in Berlin? Wie läuft es hier in Sachen Wasser – in ökonomischer, organisatorischer, ökologischer, politischer und technischer Hinsicht? Darum geht es auf dieser und den folgenden Seiten. Reinhart Bünger

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