EDITORIAL : Besetzen und dann ...

von

We are 99%! Wahrscheinlich gehören Sie, ich und der Hausmeister von nebenan dazu. Wir sind die 99 Prozent, die nicht die Welt regieren, die nicht das Geld besitzen und die keine Gesetze machen. Aber eigentlich sind wir in der Überzahl. Die Occupy Bewegung versucht, den gierigen 1 Prozent den Mittelfinger zu zeigen, indem sie sich in deren Vorgärten setzt, will sich aber nicht auf ein gemeinsames Programm einigen, wie die amerikanische Politikwissenschaftlerin Jodi Dean kürzlich klug analysierte. Alle Stimmen sollen gehört werden, Schluss mit Hierarchie, Geklüngel, Beeinflussung. Das ist toll gedacht, aber wahrscheinlich eine Sackgasse. Nachdem man – wie in Berlin am Bundespressetrand – kampiert hat (und vertrieben wurde), muss irgendwas kommen. Ein alternative Idee, wie alles organisiert werden soll, wenn die gierigen 1 Prozent nicht mehr die Macht haben. Gemeinsame Forderungen. Das ist anstrengend, dauert, und jemand müsste es in die Hand nehmen. Oder kann man auch etwas für die 99 Prozent tun, wenn jeder für sich selber spricht? Verzwickt. Birgit Rieger

Tagesspiegel - Debatten


Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar