EDITORIAL : Daneben getrampelt

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Viele Tiere in Deutschland sind süß. Man denke nur an das liebe Gesicht des Eichhörnchens oder die treuen Augen der Forelle. Die meisten Tiere werden dem Menschen nicht gefährlich, es ist auch gar nicht mehr üblich unter den Tieren, alleine und ohne Aufsicht durch die Gegend zu springen. So erklärt sich wohl die verbreitete Faszination für die Wildtiere Afrikas, die auch Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel für sich nutzen wollte. Der Minister lancierte kürzlich eine Plakatkampagne unter dem Motto „The Big Five“. Das Plakat zeigt auf einer erdigenVisualisierung Afrikas Nashorn, Löwe, Büffel und Co. und soll auf die „neue deutsche Entwicklungszusammenarbeit“ aufmerksam machen. Der Verein AfricAvenir sowie zahlreiche Initiativen der afrikanischen Diaspora in Berlin stöhnen entsetzt auf. Der Fokus auf das Tierreich, wenn es um die Entwicklungszusammenarbeit mit Menschen geht, demonstriert Ignoranz. Guten Denkstoff in Bezug auf die unterschiedlichen Perspektiven Europas und Afrikas liefert aktuell die Ausstellung von Kader Attia in den Kunstwerken. Birgit Rieger

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