EDITORIAL : Drinnen, ganz draußen

Alexandra Distler

Vielleicht kommt dieser Begeisterungssturm einen Ticken zu spät, schließlich ist das Tempelhofer Feld ja schon eine Weile für die Öffentlichkeit geöffnet. Aber bis zum letzten Wochenende hatte ich es irgendwie nicht auf dem Schirm oder keine Zeit oder einfach die Gewohnheit, zum Spaziergang oder Joggen in den Treptower Park zu gehen. Doch nun endlich war Anlass und Zeit gegeben: Meine zwei Neffen waren zu Besuch, und mit denen saß ich noch vor zwei Jahren auf der Bank beim evangelischen Friedhof, um den Flugzeugen beim Landeanflug zuzusehen. Diesmal kam auch noch meine Mutter dazu, die 1961von hier nach Westdeutschland ausgeflogen wurde, und so war das Durchschreiten dieses Zaunes für alle drei Generationen einfach nur magisch. Und dieses Gefühl hielt an: Weitblick, Stille, Himmel, Freiheit, Platz zum Rennen, zum Stehenbleiben und Atmen, schlicht und einfach: überwältigend! Wenn Berlin es schaffen könnte, diesen Zustand zu erhalten, das wäre eine Leistung, vor der ich voller Respekt in die Knie gehen würde. Alexandra Distler

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