EDITORIAL : Durch die Wüste gehen

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Die Wüste wächst: weh dem, der Wüsten birgt!“ So ruft uns Nietzsche zu, und wir müssen immer wieder neu ergründen, was er damit wohl hätte meinen wollen. Fruchtloses Moralisieren? Klimatische Umwälzungen? Von Schlingensiefs Operndorf in Burkina Faso konnte Nietzsche nichts ahnen. Auch nichts vom Festival au Désert, auf dem Musiker der Tuareg-Nomaden in Timbuktu ihre Musik spielen. Wegen der unsicheren Lage in Mali musste die 13. Ausgabe des Festivals vor Ort ausfallen. Seitdem sind die Musiker auf einer „Karawane des Friedens“ von Marokko bis Burkina Faso unterwegs. Dort entsteht nach Ideen von Christoph Schlingensief das Operndorf Afrika. In seinem Sinne kommen die Musiker jetzt von Timbuktu nach Berlin und spielen am 10.1. ein großes Konzert in der Volksbühne (mehr unter www.operndorf-afrika.de). „Ha! Feierlich! ein würdiger Anfang! afrikanisch feierlich!“, hören wir Nietzsche rufen. Und erinnern uns gerade noch rechtzeitig daran, die große Schlingensief-Schau in den Kunst-Werken keinesfalls zu verpassen (bis 19.1.). Ulrich Amling

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