EDITORIAL : Home, sweet Home!

Alexandra Distler

Natürlich ist der Vorschlag, einfach zu Hause zu bleiben, ein sehr unrealistischer. Schließlich muss ja gearbeitet und Geld verdient werden. Trotzdem, die einzig vernünftige, sinnvolle und sichere Tätigkeit dieser Tage ist: Zu Hause bleiben. Draußen lauern nur Gefahren: Restböller, die einen erschrecken, Dachlawinen, die einen erschlagen, Glatteis, das die Knochen bricht. Und wie soll man denn auch wo hin? Autos wollen mit großem Gejaule nicht aus dem Parkplatz, Busse gibts nur wenige und die S-Bahn ist abgeschafft. Darüber kann man lamentieren. Oder eben einfach zuhause bleiben und sich sinnvoll beschäftigen. Zum Beispiel mit einem Kissen unter den Armen aus dem Fenster gucken und die armen Menschen auf der Straße lauthals vor herunterfallenden Dachlawinen warnen. Oder ihnen zubrüllen, dass sie, wenn überhaupt, nur im zweiten Gang und gaaanz langsam aus der Parklücke heraus kommen. Und natürlich die restlichen Knaller rauswerfen. Während ich dies schreibe, bin ich zwar nicht zuhause, aber da werde ich mich gleich wieder hinbeamen. Alexandra Distler

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