EDITORIAL : Immer im Kreis herum

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Meine Begeisterung für Rummelplätze manifestierte sich, als aus Anlass eines Dorfjubiläums in unserem 130-Seelen-Nest mal eine veritable Bob-Bahn aufgebaut wurden. Ich weiß noch, wie ich mit meinen Freunden unzählige Male – wir Eingeborenenkinder verfügten über ein Freikartenkontingent – vor Vergnügen kreischend herumgeschleudert wurde. Allerdings war das schon der Höhepunkt meiner Karusselkarriere, komplexe Fahrgeschäfte überlasten meinen Gleichgewichtssinn. So wurde ich zum tendenziell passiven Rummelbesucher, freue mich aber jedes Mal, dass es diese aus der Zeit gefallene Volksbelustigung noch gibt. Und manchmal, da juckt es mich, wie neulich auf den „Neuköllner Maientagen“ in der Hasenheide (bis 20.5), wo ich die 3-D-Tortur im „Shaker“ zwar nur respektvoll beobachtete, mich aber nach einigem Zaudern in den 60 Meter hohen Kettenflieger „Around the World“ traute. Was soll ich sagen: großartig, wenn sich die Gondeln über die Baumwipfel erheben und sich die ganze Stadt im Kreis zu drehen scheint. Nach zwei Minuten hat’s dann aber auch wieder gereicht.Jörg Wunder

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