Editorial : . . . und alles passt

Es brodelt und dampft in dieser Woche in Berlin, und das liegt nicht nur an den Gewittern, die sich über der Stadt entladen. Berlin ist Modestadt - und der Tagesspiegel ist mittendrin und dabei.

Lorenz Maroldt
Maroldt
Lorenz Maroldt ist Chefredakteur und brennt für Berlin und Mode. -Foto: Doris Spiekermann-Klaas

Berlin zieht an, in jeder Hinsicht, ganz besonders in dieser Modewoche, mit der Mercedes-Benz Fashion Week und der Bread & Butter, mit der Premium und einigen kleineren Messen drumherum. Was vor einigen Jahren eher Träumerei war, wirkt jetzt wie ein Traum: Berlin ist Modestadt, doch, tatsächlich.

Die Veranstalter schätzen, dass die Branche in diesen Tagen fünfzigtausend Menschen aus aller Welt und Hollywood in die Stadt gebracht hat: Aussteller, Designer, Einkäufer, Journalisten, Schauspieler, Techniker, Hostessen, Models und Musiker. Und sie treffen hier auf immer mehr ihrer Kollegen, die inzwischen in Berlin leben und arbeiten, von und mit der Mode. Klar, dass der Tagesspiegel, vielfach ausgezeichnet für sein Design, da mittendrin und dabei ist.

„Look“, unser Magazin zur Mode, erscheint jetzt zum zweiten Mal. Wir zeigen Bilder der wichtigsten Schauen, stellen Berliner Modemacher vor, schlitzen und feilen uns eine Jeans zurecht, berichten über große Marken und über kleine, stehen knietief in der Flut der Plagiate und sprechen mit Björn und Mats von Mando Diao über ihre Lieblingsdesigner.

Mando Diao eröffneten am Dienstagabend mit einem Auftritt in der Columbiahalle die Bread & Butter, die nach vier Jahren in Barcelona wieder zurück ist in Berlin. Der Umzug der Streetwearmesse auf das gerade stillgelegte Flughafengelände Tempelhof war ein Politikum, der frühe Termin eine Herausforderung – auch für die Fashion Week.

Doch wie es scheint, war alles richtig. Die Kulisse rund um die Hangars ist faszinierend; sie passt zur Bread & Butter, so, wie auch die klassisch-moderne Kulisse rund um den Bebelplatz zur Mercedes-Benz Fashion Week passt. Statt zu konkurrieren, ergänzen sich diese so unterschiedlichen Messen, konzentriert auf eine Woche, zum gegenseitigen Nutzen.

Und die Modegäste – sie verändern die Stadt, erstaunlich und offensichtlich. Wie sonst wäre es wohl zu erklären, dass drei Messebesucher – ein Italiener, eine Spanierin und ein Amerikaner – die Vorzüge verschiedener Städte abwägen und einhellig feststellen, Berlins Taxifahrer – ja, ausgerechnet – seien die freundlichsten! Allerdings erklärten sie kurz danach, als es mal wieder zu schütten begann, das sei ja nun anderswo doch wirklich besser organisiert. Sie sind Berliner geworden, zweifellos.


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