EDITORIAL : Ware Reisen

Volle Kraft voraus: Die Reisebüros sind mit den Katalogen der meisten Veranstalter für den Sommer 2008 versorgt, die Internetseiten mit den entsprechenden Angeboten längst freigeschaltet. Traditionsgemäß setzen sich die Deutschen, die im bevorstehenden Jahr einen Urlaub fest eingeplant haben, mit der Familie, mit Freunden oder eben auch allein über die Feiertage gegen Jahresende hin, wälzen Kataloge und surfen im Internet, um das für sie Passende zu einem möglichst attraktiven Preis herauszufiltern. Mit dem vorliegenden „Reise spezial“ wollen wir unseren Lesern ein paar Anregungen geben, wie sie ihren Urlaub 2008 möglicherweise gestalten können.

Für das Reisebüro um die Ecke oder die Vermittler in der virtuellen Welt beginnen mit dem neuen Jahr auch die tollen Tage, ja Wochen. Die kompletten Pauschalpakete und die „Bausteine“, aus welchen sich jeder Reisewillige seinen Urlaub individuell zusammenstellen kann, sollen nun verkauft werden. Vorzugsweise zum überwiegenden Teil bis zum Ende des ersten Quartals. Bleiben dann jedoch zu viele Betten und Flugsessel im „Regal“, setzt Unruhe bei den Anbietern ein. Dann beginnt möglicherweise ganz rasch das Taktieren und gegenseitige Belauern: Wer verliert zuerst die Nerven, bietet als Erster bis dahin Unverkauftes zu Schnäppchenpreisen an, um nur ja nicht auf der verderblichen Ware sitzen zu bleiben? Trotz des seit Jahren eindrucksvollen Feuerwerks an sogenannten Frühbucherrabatten aller Art ist es bisher noch nie gelungen, die Spekulation der potenziellen Urlauber auf Preiswerteres „in letzter Minute“ zu unterbinden. Das wird 2008 nicht anders sein.

Dabei ist Reisejahr 2007 ist für die Anbieter überwiegend „zufriedenstellend“, also weniger als gut verlaufen. Für 2008 herrscht somit auch nur verhaltener Optimismus. Das einst feste Vertrauen der Veranstalter in den unbedingten Urlaubswillen der Bundesbürger ist durch manchen Dämpfer seit 2001 doch etwas ins Wanken geraten. Deshalb macht sich auch der Deutsche Reiseverband (DRV) Gedanken, wie man „neue Lust auf Reisen“ wecken kann. Nun, an der Reiselust mangelt es wohl den wenigsten. Die Angebote sind schließlich auch verlockend. Bei den meisten Deutschen klemmt es halt immer öfter im Portemonnaie. gws

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